Treibhausgas als Faltenkiller

Jetzt wird es richtig verrückt. Der Schönheitswahn und die Suche nach der ewigen Jugend stehen geradezu als Synonym für unsere heutige, moderne Zeit. So lange wie möglich jung und knackig aussehen, lautet das Motto, was uns nicht zuletzt von den Medien täglich vorgegaukelt wird. Etliche Cremes werden beworben, welche die Haut auch mit 50 noch in jugendlicher Optik erstrahlen lassen sollen, die plastische Chirurgie tut ihr Übriges hinzu, einmal ganz zu schweigen von Botox und Co. Doch jetzt schwappt ein neuer Trend im Kampf gegen die Falten aus den USA über den großen Teich: CO2!

Kohlenstoffdioxid, oder kurz CO2, ist kein Schadstoff im herkömmlichen Sinn, der mit toxischen Eigenschaften einhergeht, sondernd ein zentrales Stoffwechselprodukt von Mensch, Tier und Pflanze. CO2 ist für ein Leben auf der Erde unverzichtbar und zudem in der atmosphärischen Luft enthalten, ein wichtiger Mitspieler für den natürlichen Treibhauseffekt. Etwa ein Viertel der Treibhausgase bestehen aus Kohlendioxid,

der Großteil aus Wasserdampf, hinzu kommen noch geringe andere Spurengase. Diese sind nötig, um eine Aufwärmung der Erdoberfläche zu bewirken, indem sie Teile der auf die Erde fallenden Sonnenstrahlen absorbieren und als Wärmestrahlung in die Atmosphäre zurückstrahlen. Durch eine vermehrte Konzentration klimawirksamer Spurengase wird der anthropogene Treibhauseffekt jedoch verstärkt und bewirkt eine Zunahme des natürlichen Treibhauseffekts, was eine Klimaänderung zur Folge hat. Verantwortlich hierfür ist zu 60 Prozent das Kohlendioxid. Eine Einschränkung der Emissionen fordert bereits seit 1997 das Kyoto-Protokoll, um der Erhöhung der mittleren Oberflächentemperatur auf der Erde entgegenzuwirken und irreparable Klimaschäden zu verhindern.

Neben den negativen Folgewirkungen hat CO2 aber durchaus auch angenehme Seiten, die sich jetzt die Schönheitsindustrie zunutzen macht. Sie möchten nicht den Anstieg der CO2 Konzentration in der Atmosphäre abwarten, sondern bedienen sich einer etwas gewöhnungsbedürftigen Methode, um das Klimagas für ihre Zwecke zu nutzen. In Anlehnung an die Pflanzenwelt, in der ein erhöhter CO2 Gehalt in der Regel zu einem verstärkten Wachstum führt und die Wassernutzungseffizienz verbessert, kommt CO2 nun als minimal-invasive Methode zur Faltenreduktion zum Einsatz. Durch Unterspritzung der Haut mit dem medizinischen Gas, soll das Gewebe angeregt werden, aufgrund des sauren Milieus vermehrt Sauerstoff freizusetzen und damit die Durchblutung zu steigern. Das Verfahren hilft aber wohl leider nur bei der Faltenbekämpfung, beim Kampf gegen den Treibhauseffekt ist die neue Methode nutzlos.

Judith Schomaker

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