The Story of Stuff – Die Geschichte unserer Produkte

Der Konsumwahn verschlingt massenhaft Ressourcen

Jedes unserer Produkte, die wir im Alltag verwenden, hat seine eigene Geschichte. Von der Herstellung, über die Verwendung bis zur Entsorgung erstreckt sich der gesamte Konsumkreislauf – und auch die damit verbundenen sozialen und ökologischen Auswirkungen.

Die amerikanische Aktivistin und Moderatorin Annie Leonard hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau dieses Thema mit all seinen Facetten näher zu beleuchten. Mit der Herausgabe eines Buches, kleinen Kurzfilmen und einer Website klärt sie zu Ressourcennutzung und -verschwendung auf. Denn der wahre Preis unserer Ware steht schließlich nicht auf dem Preisschild der Verpackung. Und ein Problem stellt der Abfall auf unserem Planeten definitiv dar: Es sind gerade einmal fünf Prozent der Weltbevölkerung, die dreißig Prozent unserer Ressourcen verbrauchen und dreißig Prozent des Mülls auf unserer Erde verursachen. Würde jeder Mensch auf der Erde so viel konsumieren und in der Folge Abfall produzieren wie ein US-Bürger, so würden wir drei bis fünf Planeten benötigen. 

Das Buch „The Story of Stuff“ legt genau diese Fakten dar, weist die Folgen unserer Wegwerfgesellschaft auf und zeigt zuletzt, was jeder Einzelne ändern kann. Hierfür reiste die Autorin zwanzig Jahre um die Welt. Annie Leonard hat dabei Fabriken, Bergwerke und Müllkippen in vierzig Ländern besucht, sie berichtet von den Müllsuchern in Bangladesch oder über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen der Näherinnen in den Sweatshops von Haiti. Dabei wird nur allzu deutlich, wie negativ sich unsere „Konsumgeilheit“ auf Umwelt sowie auf Arbeits- und Lebensbedingungen direkt vor Ort auswirken kann. Schließlich regt das Buch zum Nachdenken an und löst bei dem einen oder anderen vielleicht auch einen zukünftig bewussteren Konsum oder eben Nicht-Konsum aus. Verständlich geschrieben und keinesfalls trocken oder langweilig dargestellt, lassen sich die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Schritten im Lebenszyklus eines Produktes sehr gut erkennen.

Auch die einzelnen Filme des Projekts veranschaulichen unser Müllproblem. Der erste bereits im Jahr 2007 erschienene Film „The Story of Stuff“ orientiert sich inhaltlich an dem gleichnamigen Buch. Das zwei Jahre später erschienene Video „The Story of Cap and Trade“ wirft einen Blick auf die Klimakonferenz von Kopenhagen 2009, deren Akteure sowie Widersacher. „The Story of Bottled Water“ erschien daraufhin am Welt-Wasser-Tag, am 22. März 2010, und beschreibt die Produktion unzähliger Plastikflaschen, wo doch das beste Wasser aus der Leitung kommt. Im selben Jahr herausgebracht, beschäftigt sich der Film „ The Story of Cosmetics“ mit den bedenklichen, teils giftigen, Inhaltsstoffen in unseren Kosmetikprodukten. Vier weitere Filme befassen sich unter anderem mit dem Produktkreislauf von Elektronikwaren („The Story of Electronics“), mit der verschuldeten Gesellschaft, in der wir leben („The Story of Broke“) sowie mit den Initiativen und Ansätzen eines geänderten Konsumverhaltens („The Story of Change“). 

Auf Grundlage des ersten Films und des Buches entstand eine weltweilte Community, die sich für ein geändertes Konsumverhalten einsetzt. Im Jahr 2014 konnte schließlich die erste Kampagne zur Reduktion des Plastikmülls gestartet werden. Weitere Aktionen, für die sich jeder mit seiner Unterschrift einsetzen kann, findet man unter http://storyofstuff.org/campaigns/. Außerdem lassen sich auf der Website Filmabende mit den Kurzfilmen zu „The Story of Stuff“ bekanntgeben oder ein Quiz machen.

Das Problem der Abfalls und der Ressourcenverschwendung ist zwar kein Neues – aber eben weil es immer noch brisant ist, stellt das Projekt „The Story of Stuff“ eine Möglichkeit dar, sich zu diesem Thema zu informieren aber auch zu engagieren.

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