Wälder sind wichtigster CO2-Speicher

Dschungel; Foto: Perojevic (Wiki Commons)

Laut einer internationalen Studie, die in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science veröffentlicht wurde, spielen die globalen Wälder eine ungemein größere Rolle bei der Speicherung von CO2 als bisher angenommen. Die bisherigen Schätzungen stammten aus dem Jahr 1994 und im Rahmen der neuen Studie konnten diese anhand neuer Daten und Methoden konkretisiert werden. Demnach sind die Wälder laut Anatoly Shvidenko vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) – einem der vielen Autoren der Studie – „praktisch für die gesamte terrestrische Kohlenstoff-Speicherung verantwortlich“.

Dass Wälder bei der CO2-Speicherung eine derart gewichtige Rolle spielen, wurde zwar schon länger angenommen, aber erstmals konnte das durch konkrete Zahlen belegt werden: Etwa 2,4 Milliarden Tonnen Kohlenstoff – also rund 8,8 Milliarden Tonnen CO2 – werden von den globalen Wäldern demnach jedes Jahr aufgenommen. Das war zwischen 1990 und 2007 insgesamt ein Drittel des durch fossile Brennstoffe freigesetzten Kohlenstoffs.

Die Wissenschaftler untersuchten außerdem die Folgen der stetig voran schreitenden Abholzung von Waldflächen, speziell in tropischen Regenwäldern. Weltweit gibt es noch knapp vier Milliarden Hektar Wald und darin sind mehr als 860 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert, 44 Prozent im Boden und 42 Prozent in lebender Biomasse. Durch Rodung werden davon jährlich rund 2,9 Milliarden Tonnen Kohlenstoff wieder in die Atmosphäre abgegeben.

Es gibt aber auch gute Nachrichten, denn die Wiederaufforstung – ganz besonders von tropischen Regenwäldern – hat deutlich positivere Auswirkungen als bisher angenommen. Für Yude Pan vom US Forest Service – den Hauptautor der Studie – zeigt das „deutlich wie notwendig es ist, die Abholzung der Regenwälder zu reduzieren“.

Vergleichsweise wurde auch die Speicherungsfähigkeit anderer Landschaftsformen wie der Tundra oder landwirtschaftlicher Flächen untersucht und das Ergebnis ist ernüchternd: Sie geben bestenfalls gleich viel CO2 ab wie sie aufnehmen und spielen somit global nur eine neutrale Rolle.

Man kann es also nicht oft genug sagen: Waldschutz ist Klimaschutz!

Matthias Schaffer

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