Startschuss für Deutschlands erste CO2-Wäsche

Am Dienstag, den 18. August ging im nordrhein-westfälischen Bergheim die erste Pilotanlage zur Reinigung von Kraftwerksrauchgasen offiziell in Betrieb. Mit dem Projekt soll eine Schlüsseltechnologie für eine klimaschonendere Stromerzeugung weiterentwickelt werden. Das Neun-Millionen-Euro-Projekt wird zu 40 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.

Die ersten Versuche in der Pilotanlage lieferten laut RWE schon im Juli viel versprechende Ergebnisse. Stündlich wäscht die Pilotanlage etwa 300 Kilogramm CO2 aus einem Teilstrom der Kraftwerksrauchgase. Der Abscheidegrad beträgt 90 Prozent. In der Anlage werden alle Aspekte der CO2-Wäsche unter realen Bedingungen untersucht.

So sammeln die Unternehmen Erfahrungen für spätere Großanlagen, mit denen moderne Kohlen- oder auch Gaskraftwerke ab 2020 nachgerüstet werden könnten. Die Nutzung des abgetrennten Kohlendioxids ist Gegenstand weiterer Forschungsaktivitäten. Das Projekt ist Teil eines großen Investitions- und Forschungsprogramms, mit dem RWE nach eigenen Angaben die Umweltfreundlichkeit der Stromerzeugung steigern will.

Zentrale Bestandteile des RWE-Programms sind der Ausbau der erneuerbaren Energien wie auch die Entwicklung der CCS-Technologie, zur Abtrennung und Speicherung von Kohlendioxid. Bei der CO2-Wäsche arbeitet RWE Power für die Verfahrenstechnik mit dem Gase- und Engineeringunternehmen The Linde Group und für die Waschlösungen mit dem Chemiekonzern BASF zusammen. Ziel ist es, den Energieaufwand der CO2-Abtrennung deutlich zu verringern.

Bei Umweltschützern stößt die CCS-Technologie allerdings auf Widerstand. Greenpeace veröffentlichte unter dem Namen „Falsche Hoffnung – Warum CO2-Abscheidung und -Lagerung das Klima nicht retten werden“ eine Studie, in der die Organisation vorwirft, CCS komme zu spät, um den gefährlichen Klimawandel aufzuhalten, vergeude Energie, sei teuer und berge wesentliche Haftungsrisiken.

Corinna Lang

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