Start des Präsentationsjahrs der IBA Hamburg

IBA DOCK – Entspannen auf der Terrasse

Vergangenen Samstag war es soweit, die Internationale Bauausstellung (IBA) Hamburg startete mit einem aktionsreichen Wochenende in ihr Präsentationsjahr. Nun werden die Ergebnisse der mehr als 60 städtebaulichen Projekte, die in den vergangenen sechs Jahren in der Hansestadt entwickelt wurden, feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt.

War die IBA in ihren Anfängen vor mehr als 100 Jahren tatsächlich eine kurzzeitige Ausstellung einzelner Gebäude, so geht es heute um die Neu- und Umgestaltung ganzer Stadtteile, und damit auch des urbanen Lebens. Um solche Projekte umzusetzen, braucht es viel Zeit. Daher hatte die IBA Hamburg ihren Auftakt bereits im Jahr 2007.

Das Projektgebiet liegt zwischen der HafenCity im Norden und dem südlichen Stadtteil Harburg. Es umfasst in erster Linie die Elbinsel, Europas größte Flussinsel, mit den Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel sowie den Harburger Binnenhafen. Zwar ist Wilhelmsburg der flächenmäßig größte Stadtteil Hamburgs und außerdem zentral gelegen, doch ist er von einer Eisenbahntrasse sowie einer Autobahn zerschnitten und außerdem von Hafenanlagen begrenzt. Daher war die früher vor allem von Werftarbeitern bewohnte Siedlung bisher keine bevorzugte Wohngegend und vernachlässigt worden.

Die zahlreichen Projekte der IBA wurden aus Gründen der Übersichtlichkeit drei Leitthemen zugeordnet, wobei diese idealerweise alle miteinander kombiniert werden. Unter dem Stichwort „Metrozonen“ wurden Ideen entwickelt, wie eine innerstädtische Marginalzone zu einem lebenswerten Quartier umgebaut werden kann. Wilhelmsburg ist ein junger und besonders multikultureller Stadtteil. Mit dem Leitthema „Kosmopolis“ sollten die sozialen Aspekte von Städtebau gemeinschaftlich gestaltet werden.

Mit Projekten des Leitthemas „Stadt im Klimawandel“ wurde der Frage nachgegangen, wie das städtische Wachstum mit Nachhaltigkeitsmaßnahmen verbunden werden kann. Hierzu sind zahlreiche innovative Gebäude entstanden, darunter das Algenhaus BIQ, aber auch energieeffiziente Sanierungen haben stattgefunden. Mit dem Energieberg Georgswerder soll eine ehemalige (Gift-)Mülldeponie künftig für die Erzeugung regenerativer Energie genutzt werden und rund 4.000 Haushalte mit Strom versorgen. Zudem wurde der rund 40 Meter hohe Hügel der Öffentlichkeit als Aussichtspunkt zugänglich gemacht. Die Zukunftsvision ist ein klimaneutraler Stadtteil.

Doch es gibt auch Kritiker der IBA. Diese sehen die Bürgerbeteiligung als unzureichend an und befürchten außerdem Gentrifizierung im Stadtteil.                                 

Das ganze Jahr über bis zum 3. November 2013 wird es nun zahlreiche Führungen zu Fuß, per Rad, Bus und Schiff zu den mehr als 60 Projekten geben, aber auch Fachtagungen und Kongresse finden statt. Parallel dazu kann ab dem 26. April in Wilhelmsburg auch die internationale Gartenschau (igs) besucht werden.

Birte Moritz

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