SolarCity Linz

Linz

Lange Zeit hat es gedauert, bis der neue Linzer Stadtteil Pichling, Musterbeispiel für eine zukunftsorientierte und umweltfreundliche Städteplanung, endlich fertig wurde. Heute, 22 Jahre nach der eigentlichen Projektidee, bietet der „grüne“ Stadtteil der Landeshauptstadt Oberösterreichs gut 4.000 Menschen Platz zum Leben und wohlfühlen. Ein vorbildliches Projekt, das alle drei Pfeiler der Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales – gekonnt miteinander in Symbiose setzt.

Franz Dobusch, regierender Bürgermeister in Linz, entschied sich 1990 zu einem realen Exempel. Nicht nur in der Theorie, sondern vor allem in der Praxis sollten die starke Wohnungsnachfrage und das hohe Verkehrsaufkommen in Linz gelöst werden. Mit einem neuen Stadtteil sollten dabei sowohl neue, erschwingliche Wohnräume geschaffen werden, als auch die Perspektive der Wohnbaupolitik aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden. Eine visionäre Idee war geboren: Von einem in sich geschlossenen, umweltfreundlichen Stadtteil, der am südlichen Stadtrand von Linz als ein Paradebeispiel für die Zukunft entstehen sollte.

Zwei Jahre später wurde der Städteplaner Prof. Roland Rainer mit der Ausarbeitung des städtebaulichen Rahmenkonzepts beauftragt. Mit Hilfe von zwölf Wohnbauträgern und 21 namhaften Architekten begannen die Bauarbeiten für das anspruchsvolle Projekt jedoch erst im Jahr 1999. Innerhalb von sechs Jahren wurden die 1.300 Wohnungen fertiggestellt, allesamt in sparsamer Niedrigenergiebauweise. Doch nicht nur die Wohnanlagen, sondern auch die gesamte private und städtische Infrastruktur der „SolarCity“ wurde nach ökologischen Gesichtspunkten ausgelegt.

Niedrige Energiekennwerte und nachhaltige Energieversorgung dank Solararchitektur und Fernwärme, eine nachhaltige Entsorgung der Abwässer, eine funktionierende Infrastruktur mit Schulen, Kaufhäusern Banken und Co., sowie die direkte Nähe zum Naherholungsraum, machen das Leben in der 190 Millionen Euro teuren Pilotstadt mehr als angenehm. Ein mehrfach ausgezeichnetes Projekt mit Vorbildcharakter, das nicht nur der Bevölkerung von Pichling einen Mehrwert bringt, sondern insbesondere der Umwelt.

Judith Schomaker

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