Schweinezucht ohne Antibiotika: Kampf gegen multiresistente Keime

Das Schweine in der Massentierhaltung kein gutes Leben haben, ist leider die traurige Wahrheit. Allein in Deutschland warten momentan rund 28 Millionen Schweine auf die Schlachtung und leben unter größtenteils schrecklichen Bedingungen. Aufgrund des durch die Enge bedingten Bewegungsmangels und somit geschwächten Immunsystems der Tiere werden Schweinen in der Schweinemast routinemäßig Antibiotika verabreicht, um das Infektionsrisiko zu senken.

Als Folge dieser übermäßigen Antibiotika- Verabreichung bilden sich nach und nach sogenannte multiresistente Keime – Bakterien die auch für den Konsumenten eine Gefahr darstellen, da sie über die Nahrung aufgenommen werden können. In Stichproben in Supermärkten wurden in jedem fünften Schweinefleisch solche Keime gefunden. Es gab sogar schon Todesfälle, da eine Behandlung dieser Bakterien mit Antibiotikum auch beim Mensch keine Wirkung mehr zeigt

Verbraucherinitiativen und Ärzte fordern daher schon seit längerem, bei der Schweinemast auf den übermäßigen Einsatz von Antibiotika zu verzichten. Der größte Fleischverarbeiter Europas „Danish Crown“ reagiert nun auf diese Wünsche und will künftig bei der Schweinezucht keine Antibiotika mehr verwenden. Bereits seit dem 01. Dezember 2014 läuft die Initiative in fünf Schweinemastbetrieben auf der Ostseeinsel Borkum.

Durch diese Umstellung müssen Verbraucher nun allerdings damit rechnen, dass der Preis für das Fleisch steigen wird, da die Schweine bessere Pflege und mehr Platz brauchen, um nicht krank zu werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Menschen bereit sind, diesen Aufpreis in Kauf zu nehmen. Es würde bessere Bedingungen für die Schweine und mehr Sicherheit für die Menschen bedeuten.

1 Kommentar

  • Unter welchen Bedingungen ein Großteil der Tiere gezüchtet und geschlachtet werden, ist eine Perversion. Informationen zu den unvorstellbaren Qualen, die Tiere erleiden müssen gibt es reichlich, auch darüber wie uns das Fleisch gequälter Tiere krank macht. Auch als Klimakiller ist die Massentierzucht seit langem bekannt. Eine im Jahr 2009 veröffentlichte Studie des Worldwatch-Instituts kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der weltweit vom Menschen verursachten Treibhaus-Emissionen auf die Massentierzucht zurückzuführen sind. Die Massentierzucht ist sogar ein größerer Klimakiller als das gesamte Verkehrsaufkommen auf diesem Planeten. Im Magen einer einzigen Kuh bilden sich täglich bis zu 600 Liter Methan, das einen 23 mal höheren Treibhauseffekt als CO2 hat. Die Rodung der Wälder zu Gewinnung von Weideland kommt als weiterer Verursacher der Klimazerstörung hinzu. Laut FAO werden 33 Prozent der weltweit fruchtbaren Böden für die Futterproduktion genutzt. Die Lebensräume vieler Tierarten werden zunehmend vernichtet. Alles für noch mehr Fleisch!

    FRAGE: Wie viel Fleisch hat ein durchschnittlicher Deutscher im Laufe seines Lebens verzehrt?
    ANTWORT: Etwa 46 Schweine, 4 Rinder, 4 Schafe, etwa 35 Enten und 35 Puten und zwischen 900 bis 1.000 Hühner! Sie meinen das ist viel? Nein, denn weltweit werden über 800 Millionen Schweine und über 1 Milliarde Rinder an Frischfleisch gehalten, um die Schlachtbanken ausreichend zu versorgen und dem großen Fressen zu dienen.

    Trotz Aufklärung und verfügbarer Informationen passiert wenig, denn auf die Bratwurst, den Leberkäs, Hamburger, Schnitzel oder das Steak können und wollen nur wenige verzichten. Die Argumente der bekennenden Fleischesser und der Fleischindustrie sind angesichts der Argumente, die für einen geringeren Fleischkonsum und eine humane Tierhaltung sprechen, vergleichsweise schwach. Ein empfehlenswertes Buch ist „Peace Food“ von Dr. Rüdiger Dahlke. Es bringt einige gesundheitliche Gründe, die für weniger Fleischkonsum sprechen, auf den Punkt.

    Ralf Hartmann
    CleanEnergy Project
    05.Januar 2014