RECUP – Das neue Pfandsystem für weniger Plastikmüll

Der neue Pfandbecher für "Coffee-to-go". Bild ©RECUP

Die achtlose Nutzung von Einwegbechern für Kaffee ist nicht nur verschwenderisch, sondern stellt eine große Bedrohung für unsere Umwelt dar. Mit RECUP ist es nun gelungen, ein einheitliches Pfandsystem für „Coffee-to-go“-Becher in die Gastronomie vieler deutscher Städte zu bringen.

Mal ehrlich – wie hatten Sie Ihren Kaffee heute Morgen? 56 Prozent der Deutschen trinken ihren Muntermacher gerne mal „to go“. Der Kaffee zum Mitnehmen ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Jedoch hat der Trend auch seine Schattenseiten. Allein in Deutschland werden jeden Tag 7.680.000 Einweg Kaffeebecher weggeschmissen. Bis Sie diesen Beitrag zu Ende gelesen haben, sind schon circa 27.000 davon in den Müll gewandert.

Für die Herstellung der Becher, die schon nach einmaliger Nutzung unbrauchbar sind, ist eine Energiemenge notwendig, mit der sich eine Kleinstadt ein ganzes Jahr lang versorgen könnte. Daher ist es in vielen Restaurants und Bäckereien bereits seit ein paar Jahren möglich, den Kaffee im eigens mitgebrachten Becher serviert zu bekommen. Seit 2018 können die Kaffeetrinker alternativ auch die Becher von RECUP nutzen.

Durch Mehrweg geht mehr (Müll) weg

Inspiriert durch das deutsche Pfandsystem hat das Unternehmen RECUP eine neue „Coffee-to-go“ Alternative entwickelt. Dabei war es den Gründern besonders wichtig, dass die Philosophie von „Coffee-to-go“ weitergelebt wird: Verfügbar, bequem und einfach – aber eben ressourcenschonend und mit gutem Gewissen.

Gegen ein Euro Pfandgebühr, können Bohnenfreunde ihren Kaffee in einem RECUP Mehrwegbecher genießen. Mitnehmen kann man den RECUP in allen Partner-Cafés oder –Restaurants. Um das Pfand zurückzuerhalten, können die leeren Becher deutschlandweit abgegeben werden. Wahlweise kann der Becher beim Kauf eines frischen Heißgetränks in einem neuen, sauberen RECUP ausgetauscht werden. Daraufhin werden sie gespült und anschließend wieder im System eingesetzt.

Erfolg auf ganzer Linie

Bisher kann man RECUP mit seinem Plastiksparplan nur beglückwünschen. Denn die Strategie scheint aufzugehen. Sowohl für Verbraucher, als auch für Anbieter stellt der alternative Becher eine attraktive Option zu den Einweg-Klimakillern dar. Daher wächst die Zahl der teilnehmenden Städte und Cafés stetig an. Bereits bei mehr als 3500 Ausgabestellen kann man seinen Kaffee in einem RECUP Becher genießen. Seit 2018 ist auch McDonalds mit von der Partie. Beim Kauf eines Getränks im RECUP, bietet die Fastfood Kette sogar einen Getränkerabatt von 10 Cent an, und setzt somit ein positives Statement im Kampf gegen den Klimawandel.

Doch ganz besonders unsere Umwelt wird uns für den Gebrauch des Mehrwegsystems nachhaltig dankbar sein. Durch die Nutzung von Mehrwegbechern, anstatt von Einwegbechern, können jährlich 11.000 Tonnen CO2 und 1,5 Milliarden Liter Wasser eingespart werden. Unserem Planeten werden 40.000 Tonnen Abfall erspart, und ihm bleiben 43.000 Bäume erhalten. Auch werden 3.000 Tonnen weniger Rohöl benötigt, und 320 Millionen Kilowatt Strom können an anderer Stelle genutzt werden. Die Konsumenten können ihren Kaffee außerdem in einem nachhaltigen und stabilen Becher zu sich nehmen, in dem die Aromen optimal zur Geltung kommen. Und den Cafés bleiben zusätzlich noch die Kosten für die Einwegbecher erspart.

Neue Ideen in der Testphase

RECUP möchte nun auch mit neuen Innovationen zur Vermeidung von Plastikmüll den „to-go“-Markt optimieren. Denn auch der Abfall, der durch Take-Away-Produkte entsteht, ist ein andauernder Umweltkiller. Laut einer vom NABU beauftragten Studie werden in Deutschland jährlich mehr als 350.000 Tonnen Abfall durch Verpackungen im „to-go“ Bereich verursacht. Mit 58 Prozent machen Teller, Boxen und Schalen für Take-Away-Essen den größten Anteil aus.

Die nachhaltige Lösung heißt: REBOWL – eine umweltfreundliche Mehrwegschüssel, die in das Pfandsystem der „to-go“-Verpackungen mit einfließen soll. Nach einer ersten Testphase, die im Sommer 2019 in München stattfand, möchte das Team von REBOWL nun auch in Köln und Berlin weitere Erfahrungswerte sammeln. Ab Sommer diesen Jahres will das Unternehmen die Mehrweg-Schüsseln auf den Markt bringen.

Dieser Text wurde von Alexandra Hartmann geschrieben.

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