Projekt „Nomadisch Grün“

Wieder einmal gilt der große Bruder USA als Vorbild für Deutschland, denn das Land der unbegrenzten Möglichkeiten macht aus Städten riesige Gärten. So etwa in Detroit, wo derzeit das größte Stadt-Farm Projekt anläuft, um der ehemaligen Autometropole, dessen Einwohnerzahlen in der Vergangenheit bedrohlich schrumpften, wieder ein wenig Leben einzuhauchen.

 

Was auf Kuba seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zum politischen Programm gehört und auch in Millionenstädten wie Hongkong, Singapur oder Shanghai seit Jahren zu einer wichtigen Versorgungs- und Einnahmequelle forciert, hat nun auch in Deutschland Einzug gehalten: Urban Farming.

Wird die städtische Landwirtschaft das neue Kontra gegen die Fast-Food-Bewegung? Durchaus denkbar, dass „fruchtbare Landschaften“ inmitten von Betonwüsten entstehen, die den nachhaltigen Lebensstil in Großstädten fördern und das Landleben in die Städte zurückholen. Das alles unter dem netten Aspekt der gesunden Selbstversorgung und natürlich dem Klimaschutz.

Möglich macht das der 6.000 Quadratmeter große „Prinzessinnengarten“ im Berliner Kreuzbergviertel, einer schnöden Betonwelt, die von multikultureller Nachbarschaft und hoher Arbeitslosigkeit geprägt ist. Biokost und noch dazu Unterstützung im Kampf gegen den Klimawandel kann sich hier kaum jemand leisten. Um so erfreulicher, dass am Berliner Moritzplatz nun aus einer Brachfläche ein echter Biogarten entstanden ist, an dem sich die Einwohner des Multikulti Kiezes gemeinsam erfreuen.

Ein gemeinschaftlicher Schrebergarten in dem jeder sein ganz persönliches Stückchen Heimat in Form von landestypischem Gemüse pflegt und ganz nebenbei nicht nur das gemeinschaftliche Miteinander fördert, sondern auch die Kohlendioxid-Emission verringert. Schließlich kommt der Selbstversorger-Garten ganz ohne emissionsfreudige Transportwege aus, denn die Quelle der Produktion liegt ohnehin inmitten der Stadt.

Eines haben sich die Berliner jedoch nicht vom „großen Bruder“ abgeschaut – ihr Garten ist mobil! Der „Prinzessinengarten“ kommt ganz ohne Ackerland aus und wenn die Berliner Stadtverwaltung eines Tage das Brachland verkauft, werden einfach die Anbaukisten und -säcke auf`s umweltfreundliche Rad gepackt und ein neuer Standort für Kürbis, Kartoffel und Co. gesucht.

Judith Schomaker

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