Öko-Bus auf Weltreise

Öko-Bus von Pierrick Dirig

Wenn der Franzose Pierrick Dirig und seine zwei Söhne aus dem Bus steigen, beginnt ihre Mission von neuem. An jedem Haltepunkt locken sie die Einwohner mit ihrem auffälligen Fahrzeug an und demonstrieren eine nachhaltige Lebensweise.

Anderen Menschen zu erklären, wie sie Wasser und Energie einsparen können, ist gut und schön. Aus Überzeugung so zu handeln und es vorzuleben, ist besser. Wenn die Botschaft dazu interessant verpackt wird, finden sich vielleicht einige Nachahmer. Der Chef des Projektes, Pierrick, versucht dies mit einer energieautarken Behausung auf vier Rädern. Denn der Bus benötigt zwar Sprit zum Fahren, ist als Wohnraum aber unabhängig vom Strom- und Wassernetz.

Doppeldeckerbus mit neuer Ausrüstung

Für den Umbau eines einfachen Doppeldeckerbusses legte Pierrick drei Schwerpunkte fest: Der aktuelle Verbrauch muss dank intelligenter Technik sichtbar sein, um nicht alle Geräte gleichzeitig zu nutzen. Erneuerbare-Energien-Anlagen sollen die Stromversorgung sichern. Zudem ist die Wasserversorgung als Kreislaufsystem erstrebenswert.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sorgt inzwischen für 18 Kilowattstunden Energie pro Tag. Es muss ja für Waschmaschine, Trockner, Kühl-, Gefrierschrank und Computer ausreichen. Batterien speichern die überschüssige Energie.

Rollt der Öko-Bus, trägt auch der Motor zur Erwärmung des Bade- und Waschwassers bei. Denn auf Reisen benötigt die Mannschaft an Bord natürlich Wasser zur Körperpflege und zur Kleiderreinigung. Zum einen kann sie es auf dem Dach in Form von Regenwasser sammeln. Des Weiteren pumpt die Crew das Wasser aus Meer, Flüssen, Bächen und nutzt weitere Möglichkeiten, die des Weges kommen.

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Der Öko-Bus beherbergt zwei verschiedene Wasserspeicher: Einer dient als Lager für das Trinkwasser, der andere für Waschwasser, um den Osmosefilter zu schonen. Brackwasser wird dank der Solarmodule mit einer Pumpe und Osmosefilter in Trinkwasser umgewandelt. Auch UV-Lampen helfen bei der Reinigung. Das eingebaute Kompostklo benötigt kein Wasser, weshalb sich die Wasserbehandlung als weniger schwierig gestaltet.

Auf Reisen lernen

Um den Verbrauch unter verschiedenen Bedingungen zu messen, begibt sich der Öko-Bus auf Weltreise. Die erste Herausforderung mit einer Tour durch Spanien wurde gemeistert. Das nächste Ziel ist Südamerika. Pierrick möchte dabei traditionelle und neue Verfahren der Energie- und Wasserversorgung von Menschen erlernen, denen sie auf der Reise begegnen.

Jenny Lohse

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