Neu: Klimaanpassungsschule für Ärzte

Globe mit Stethoskop

Schon jetzt sind die ersten Auswirkungen des Klimawandels spürbar. Nicht nur die Natur erhält einen Eindruck von dem, was noch kommen mag, auch der Mensch spürt den Klimawandel mitunter schon sehr direkt auf der körperlichen Ebene. Das macht deutlich, dass längst nicht mehr nur gegen den Klimawandel selbst gekämpft werden muss, sondern auch Anpassungsmaßnahmen im Gesundheitswesen nötig sind.

Die Mitarbeiter des Gesundheitswesens, wie Ärzte und Pflegepersonal, stehen aufgrund des Klimawandels vor ganz neuen Herausforderungen. Die Folgen von extremen Ereignissen, etwa Hitzeperioden, Überschwemmungen oder starken Wintereinbrüchen, erfordern ein entsprechendes Handeln. Die neue Gesundheitsbedrohung Klimawandel trifft den Menschen aber nicht immer direkt. Auch indirekten Auswirkungen muss mit passenden Maßnahmen entgegengetreten werden.

So können sich, durch die Klimaveränderungen, die Abholzung der Regenwälder und die Reisebereitschaft der Menschen, nicht heimische Tier- und Pflanzenarten deutlich einfacher ausbreiten und in anderen Gegenden heimisch werden. Hier treten sie dem Menschen als neue Allergieauslöser oder Überträger von Infektionskrankheiten gegenüber. Vor allem die Tropeninstitute im Lande bereiten sich schon heute intensiv auf die möglichen Gefahren vor. Dennoch muss auch das „gewöhnliche“ Gesundheitswesen für die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels vermehrt geschult und sensibilisiert werden.

Ein Vorreiter auf diesem Gebiet ist die Berliner Charité. Das vom Bundesumweltministerium geförderte Bildungsprogramm hört auf den Namen „Klimaanpassungsschule“ und wird zwei Jahre lang mit 122.000 Euro aus dem Topf des „Aktionsplans Anpassung“ gefördert. Dieser wurde von der Bundesregierung vor gut einem Jahr im Rahmen der „Deutschen Anpassungsstrategie“ an die Folgen des Klimawandels verabschiedet. Die Klimaanpassungsschule ermöglicht Ärzten und Pflegepersonal nötige Anpassungsstrategien auf medizinischem Gebiet sowohl präventiv, als auch diagnostisch und therapeutisch zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Etwa bei extremen Hitzeperioden, starkem Pollenflug oder hohem Luftverschmutzungsgrad.

Die interdisziplinär ausgerichtete Weiterbildungsmaßnahme will die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels somit vorbeugend mindern und eine umfassende Darstellung der möglichen Risiken vermitteln.

Judith Schomaker

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