Nachhaltigkeitsbewegung im (e)Commerce

Kreislaufwirtschaft im eCommerce (Quelle: BuyBay)
Kreislaufwirtschaft im eCommerce (Quelle: BuyBay)

Der Internationalen Tag der Umwelt am 5. Juni wurde von den Vereinten Nationen (UN) initiiert, um weltweite Bewusstsein und Handeln zum Schutz unserer Umwelt fördern. Aktuelle Studien zeigen, dass auch Konsumenten immer stärker Nachhaltigkeitsaspekte von Produkten, Händlern und Verkaufsplattformen hinterfragen. Aber was macht Produkte nachhaltig? Nicht nur Herstellungsprozesse oder Verpackungsaspekte spielen dabei eine Rolle, sondern auch der Umgang mit Ressourcen. Ein relativ neuer Aspekt in diesem Zusammenhang, ist die Handhabung von Retouren und B-Ware, die stark in die Kritik geraten ist. Retourenspezialist BuyBay fasst im aktuellen Gastbeitrag Beobachtungen zur Nachhaltigkeitsdynamik sowie drei überzeugende Argumente für den nachhaltigeren Umgang mit Retouren und B-Ware auf dem Weg zum “Zero-Waste eCommerce” zusammen.

Aktuelle Studien zeigen: das Thema Nachhaltigkeit hat einen Wendepunkt im Einkaufsverhalten der Menschen ausgelöst. Das wachsende Bewusstsein für globale Umweltprobleme verändert die Gewohnheiten der Verbraucher: 66 Prozent der Befragten einer aktuellen Erhebung von CapGemin[i] in neun verschiedenen Ländern, wählen Produkte oder Dienstleistungen auch aufgrund ihrer “Umweltfreundlichkeit” aus. Die Konsumenten engagieren sich zunehmend für soziale Zwecke und suchen nach Produkten und Anbietern, die ihren Werten entsprechen. Fast sechs von zehn Verbrauchern sind bereit, ihre Einkaufsgewohnheiten zu ändern, um die Umweltbelastung zu reduzieren. Acht von zehn Befragten geben an, dass Nachhaltigkeit für sie wichtig ist[ii].

Nachhaltigkeitsinitiativen von Unternehmen wurden in der Vergangenheit häufig mit Skepsis und dem Vorwurf des „Greenwashings“ betrachtet. Heute zeigt sich jedoch eine starke Bewegung hin zu greifbaren und nachweisbaren Bemühungen von Unternehmen, umweltfreundlicher zu agieren. Diese reichen vom Einsatz erneuerbarer Energien und Rohstoffe für die Produktion bis hin zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Waren. Eine relativ neue Entwicklung in diese Richtung ist auch die Wiederverwendung und der Wiederverkauf von retournierten Produkten, Warenüberbeständen und B-Ware im stetig weiterwachsenden Online- und Versandhandel.

Interesse der Konsumenten am Thema Kreislaufwirtschaft

Umfragewerte belegen, dass immer mehr Verbraucher aktiv nach gebrauchten Produkten, B-Ware, wiederaufbereiteten und wiederverkauften Artikeln suchen: Sieben von zehn Befragten gaben an, dass sie den Kauf von gebrauchten, reparierten oder erneuerten Produkten ausprobiert haben oder versuchen möchten. 84 Prozent derjenigen, die dies ausprobiert haben, planen auch zukünftig auf diesem Weg einzukaufen. Das Interesse, eine „Kreislaufwirtschaft“ aktiv zu unterstützen, ist bei der Generation Z und den Millennials sogar noch deutlicher: Rund acht von zehn Befragten gaben an, gebrauchte Produkte gekauft zu haben oder kaufen zu wolleniii.

Als Folge des zunehmenden Fokus der Verbraucher auf Nachhaltigkeit und die Kreislaufwirtschaft, wenden sich die Käufer auch stärker neuen Konsummodellen zu. Dazu gehören beispielsweise die steigende Zahl an Plattformen, die Warengruppen von wiederaufbereiteter Unterhaltungselektronik und mobilen Geräten bis hin zu Haushaltswaren, Möbeln, Sportartikeln, etc. verkaufen oder verleihen.

Dieser Trend beeinflusst Händler und Marken, schafft Chancen für neue Marktteilnehmer sowie zur Differenzierung vom Wettbewerb. „Was als Bewegung gegen „Fast Fashion“ im Bereich Mode anfing, hat mittlerweile viele weitere Marktsegmente erreicht. Der Wiederverkauf von B-Waren sowie Retouren und Warenüberbeständen, ermöglicht nicht nur gute Gewinnspannen für die Händler sowie attraktive (Preis-)Vorteile für die Konsumenten. Die Rückführung der Waren in die Kreislaufwirtschaft kommt auch dem Interesse der Verbraucher an einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen entgegen“, bestätigt Alexander Lange, Business Development Manager bei BuyBay.

Drei Argumente für den Wiederverkauf von Retouren und B-Ware

Dass die Optimierung des Retourenmanagements und des Umgangs mit B-Ware nicht nur zur Ökobilanz eines Unternehmens beiträgt, sondern gleich mehrere Vorteile für Anbieter und Käufer bietet, zeigen die drei folgenden Punkte:

Nachhaltigkeit steht nicht im Widerspruch zu Profit: Viele Unternehmen überlassen ihr Retourenmanagement derzeit den Logistikdienstleistern. Das klingt nach einer effizienten Lösung, ist aber meist weder aus Sicht der Nachhaltigkeit noch der Kosteneffizienz der Fall. Logistikdienstleister verkaufen Retouren oft unsortiert, auf Mischpaletten und als “C-Ware” an Großabnehmer. Auf diese Weise werden die Produkte oft für weniger als 10 Prozent ihres Wertes abverkauft, und Ware, die der Großabnehmer nicht gebrauchen kann, wird vielleicht sogar vernichtet. Wesentlich sinnvoller ist es daher, die einzelnen Schritte des Retourenmanagements daraufhin zu überprüfen, welche Bereiche im eigenen Haus optimiert oder gemeinsam mit einem qualifizierten Partner angegangen werden können, um einen besseren Werterhalt zu realisieren. Nach einer Qualitätsprüfung, Bewertung und ggf. Aufbereitung, können Retouren genau wie Warenüberhänge sehr viel profitabler über Marktplätze, Auktionsplattformen oder eigene Webshops an neue Besitzer verkauft werden.

Attraktives Angebot für Konsumenten: Der Kauf von zurückgegebenen Produkten und B-Ware bietet Kunden eine attraktive Alternative. Sie können sowohl fast neuwertige Ware als auch Produkte mit transparent dokumentierten kleinen Mängeln oder Gebrauchsspuren zu attraktiven Preisen erwerben. Dies ist nicht nur für Verbraucher interessant, die eine kostengünstige Alternative zur Neuware suchen, sondern auch für diejenigen, die auf einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen achten. Aktuelle Studienergebnisse zeigen klar das wachsende Interesse der Verbraucher an solchen Angeboten.

©BuyBay

Differenzierung vom Wettbewerb: Das Angebot von B-Ware bietet im stark umkämpften Markt zudem ein großes Potenzial, sich von der Konkurrenz abzuheben und sich als Marke oder Händler zu etablieren, der nachhaltig mit Ressourcen umgeht, indem Retouren und andere B-Ware in die Kreislaufwirtschaft zurückgeführt werden. „Anbieter sind manchmal besorgt, dass sie ihr Angebot und Image kannibalisieren, wenn sie ihren Kunden auch sogenannte B-Ware zur Verfügung stellen“ erklärt Alexander Lange. „Unsere Erfahrung in der Zusammenarbeit mit bekannten Marken hat jedoch gezeigt, dass ihnen gerade das Angebot von Retouren spannende neue Kundengruppen erschließt, die durch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis oder den Nachhaltigkeitsgedanken überzeugt worden sind.“

„Die Aussagen der Konsumenten in aktuellen Umfragen sprechen eine deutliche Sprache und belegen das wachsende Interesse an mehr Nachhaltigkeit im Handel. Für unsere Vision eines Zero-Waste im eCommerce müssen wir zwar noch einiges in Bewegung setzen, aber der intelligentere Umgang mit Waren und die Optimierung von Retourenmanagement und verwandten Prozessen sind ein wichtiger Schritt zum Erreichen dieses Ziels”, so das Fazit von Alexander Lange.

Quelle: BuyBay

[i] CapGemini – How sustainability is fundamentally changing consumer preferences
[ii] + iii Meet the 2020 consumers driving change

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