Nachhaltiger Freizeitspaß – ein Konzept mit „Hanf und Fuß“

Markus Sauerhammer, Thomas Gutmann und Christian Gehret haben den Sprung gewagt: raus aus dem Studienalltag – rein ins Unternehmerdasein. Schon während ihres Studiums für Agrarmarketing und Management an der Fachhochschule Weihenstephan organisierte das Trio verschiedene Partys und Studienprojekte. Nachdem ihre beiden Labyrinthe im Hanffeld 2006 und 2007 sehr erfolgreich waren, fassten die drei den Entschluss, sich mit einem ökologischen Freizeitpark im Hanffeld selbstständig zu machen.

Mit Hilfe eines Exist-Gründerstipendiums und der Financial Times Deutschland-Gründerinitiative enable2start gründeten Sauerhammer, Gutmann und Gehret die Naturdenker GmbH und errichteten im Frühjahr 2009 in Münchens Norden, in Garching-Hochbrück, einen rund vier Hektar großen Freizeitpark im Hanffeld.

Dieser besteht im Wesentlichen aus einem großen Irrgarten, in dem verschiedene Stationen – je nach Themenwochen – über erneuerbare Energien, Klima & Umwelt, Landwirtschaft oder nachwachsende Rohstoffe informieren. Des Weiteren werden auf der Anlage mit Biergarten, Abenteuerspielplatz, grünem Klassenzimmer und Hanfshop, verschiedene Sonderevents, wie Kinderuni, Ritterfeste und Geisternächte angeboten. Auch eigene Feste, wie zum Beispiel Kindergeburtstage, können in dem Freizeitpark gefeiert werden.

Seit dem 20. Juni kamen rund 20.000 Besucher, um durch das Hanffeld zu irren und sich auf spielerische Art und Weise über verschiedene Umweltthemen zu informieren. Bis zum 27. September haben Nachzügler noch Zeit, den Freizeitpark zu erkunden. Danach wird der Hanf gemäht und von der Hock GmbH & Co. KG zu Thermo-Hanf, einem ökologischen Dämmmaterial verarbeitet.

Ob der Park im nächsten Jahr wieder öffnet? „Das entscheidet sich in den nächsten Wochen. Die Chancen stehen derzeit 50 zu 50″, so Sauerhammer. „Der viele Regen in diesem Sommer hat uns um einen ganzen Monat nach hinten geworfen. Wir müssen jetzt erst einmal Bilanz ziehen und dann entscheiden, wie es weitergehen soll.“

Die Nachfrage an weiteren Parks ist jedenfalls gegeben. Doch ob die Naturdenker selbst weitere Parks eröffnen, mit Franchise-Partnern zusammenarbeiten oder Leitfäden für Nachahmer erstellen werden, steht noch nicht fest.

Fest steht jedoch, dass der Freizeitpark im Hanffeld ein einzigartiges Projekt ist, das gerade in Zeiten schwindender natürlicher Ressourcen und zunehmender Umweltprobleme ein Zeichen setzt. Der Park verbindet nicht nur Natur mit Bildung und Spaß, sondern produziert auch den wertvollen Rohstoff Hanf, der das Klima schützt, indem er CO2 aufnimmt und langfristig speichert.

Corinna Lang

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