Nachhaltige Städte: Wie grün ist Brüssel?

Brüssel

Jede Stadt hat unterschiedliche Charakterzüge und jede hat ihren eigenen Charme. Und so ist es von Stadt zu Stadt auch unterschiedlich um Nachhaltigkeit und grüne Möglichkeiten bestellt. Inzwischen leben Dreiviertel der Europäer in Städten – ihre Bedeutung ist damit demenentsprechend groß. Und gleichzeitig bieten sie aufgrund ihrer Konzentriertheit in vielen Bereichen enorme Möglichkeiten für hohe Effizienz.

Was definiert nun aber eine „grüne“ Stadt? Und wie grün ist die belgische Stadt Brüssel?

Green Capitals – Kriterien für grüne Städte: Die Europäische Kommission vergibt seit dem Jahr 2010 den Titel „Green Capital“, grüne Hauptstadt, und zeichnet damit besonders „grüne“ Städte aus. Ein Blick auf die aktuellen Kriterien zeigt, worauf es ankommt:

  • Umgang mit dem Klimawandel: Konzepte zur Verringerung und Anpassung,
  • öffentlicher Nahverkehr,
  • grüne, städtische Gebiete und nachhaltige Flächennutzung,
  • Natur und Biodiversität,
  • Luftqualität,
  • akustische Umgebung,
  • Müllvorkommen und -entsorgung,
  • Wassermanagement,
  • Abwasserbehandlung,
  • ökologische Innovationen und nachhaltige Arbeitsplätze,
  • integriertes Umweltmanagement sowie
  • Energieeffizienz.

Die bisher ausgezeichneten „Green Capitals“ sind Stockholm (2010), Hamburg (2011), Vitoria-Gasteiz (2012), Nantes (2013) und Copenhagen (2014). Jeweils ganz unterschiedliche Städte, doch jede für sich herausragend im Bemühen um eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Wie grün ist Brüssel? Auch Brüssel soll nachhaltig werden. Eigens dafür wurde eine Webseite ins Leben gerufen, auf der es Informationen über den aktuellen Stand der Bemühungen und über die diversen Projekte gibt.

Und Brüssel möchte „Green Capital 2015“ werden. Dafür werden Ideen gesammelt und Unterstützer gesucht. Zu jeder der oben genannten Kategorien bietet die Webseite eigens Informationen.

Aber nicht nur auf der Webseite oder bei der „Green Week“, die vor kurzem in Brüssel stattfand, wird man fündig. Auch beim Gang durch die Stadt stechen einem immer wieder „grüne“ Einzelheiten ins Auge: ob große Flotten an Leihfahrrädern, die berühmte belgische Schokolade in Bioqualität mit Zutaten aus fairem Handel oder die ausladenden Parks – das Interessanteste steckt oft im Detail.

Auch die Themen „Slow Food“, „Guerilla Gardening“ und nicht zuletzt der öffentliche Nahverkehr spielen in Brüssel eine wichtige Rolle. Doch am besten entdeckt man die grünen Eigenheiten der Stadt selbst!

Der Wettbewerb zur „Green Capital“ ist eine guter Anreiz für Städte, sich mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung auseinanderzusetzen und eine geschickte Möglichkeit, das Thema allgemein weiter bekannt zu machen. Die Hauptstadt Brüssel ist herzlich, vielfältig und bunt – eine aufregende Stadt mit vielen grünen Ecken. Ob das für den Titel „Green Capital“ reicht, bleibt abzuwarten. Denkbar wäre es.

Nadine Wahl

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