Nichts Neues an der Klimafront!

Auch nach der Klimakonferenz in Bonn, die als Vorbereitungstreffen für die nächste Weltklimakonferenz in Cancún (Mexiko) Ende des Jahres vorgesehen war, gibt es kaum Bewegung. Die Aussichten auf ein verbindliches Folgeabkommen ab 2013 schwinden damit weiter.

Die Erwartungen wurden schon vor den Verhandlungen in Bonn stark gedämpft. Erwartungsgemäß kam es dann auch bei dieser Verhandlungsrunde, zu der sich rund 4.500 Teilnehmer aus aller Welt in der ehemaligen Hauptstadt einfanden, zu nichts zählbarem – von einem Durchbruch ganz zu schweigen.

Nach Angaben von Teilnehmern konnten lediglich kleine Fortschritte in Fragen des Waldschutzes, des Technologietransfers in Entwicklungsländer sowie der Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen gemacht werden. In diesen Punkten verbreitete der scheidende Generalsekretär des UN-Klimasekretariats Yvo de Boer auch vorsichtigen Optimismus. Er stellte eine Einigung für die nächste Weltklimakonferenz am Jahresende in Aussicht.

Kaum Fortschritte gibt es hingegen in der Frage, ob und wie ein Folgeabkommen im Anschluss an das Kyoto-Protokoll aussehen könnte. Die Formulierung eines Vertragswerkes für die Post-Kyoto-Ära war zwar eine der Hauptaufgaben der Konferenz, das Ergebnis ist jedoch dürftig und wird nach Angaben verschiedener Umweltorganisationen kaum eine Hilfe für zukünftige Verhandlungen sein. Entsprechend werden mittlerweile auch die Erwartungen für ein erfolgreiches Abkommen zur übernächsten Weltklimakonferenz 2012 in Südafrika gedämpft.

Zwar gibt es eine Art Vorentwurf als Basis zukünftiger Treffen, die strittigen Fragen, insbesondere zu den Treibhausgasminderungen der einzelnen Staaten, bleiben jedoch weiterhin ungelöst. Im vorgelegten Text steht beispielsweise, dass die Emissionen der Industrieländer bis 2020 um 25 bis 40 Prozent reduziert werden sollen. Offen bleibt jedoch das Basisjahr, gegenüber dem diese Reduktionen erreicht werden sollen. Indem man nicht mehr über das Reduktionsziel, sondern über das Basisjahr streitet, wird der Verhandlungsprozess für den außenstehenden Betrachter wiederum ein Stück weit intransparenter. Bis zum nächsten Weltklimagipfel in Mexiko sind noch zwei weitere Konferenzen geplant, die eine mögliche Annährung bringen können.

Oliver Hölzinger

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