Musik und Klimaschutz

Vor einiger Zeit habe ich hier bereits über den Trend zu sogenannten Green Festivals berichtet. Heute geht es um verschiedene Music-Acts und Bands, die sich ganz besonders für den Klimaschutz engagieren und so ihrer Vorbildfunktion gerecht werden. Dabei fällt allgemein sehr positiv auf, dass die Zahl der Klimaschützer unter den Musikern rapide ansteigt.

Einer der sich schon seit Jahren sehr engagiert für den Klimaschutz stark macht, ist Thom Yorke, Sänger der britischen Band Radiohead. Als prominenter Unterstützer der Initiative The Big Ask versucht er beispielsweise die britische Regierung zu einer Gesetzesverabschiedung zu bewegen, die eine 85-prozentige Emissionsreduktion bis 2050 vorsieht. In folgendem Video sieht man den Sänger direkt beim Klimagipfel, wo er sich mit einem Presseausweis eingeschlichen hat.

Außerdem versuchen Radiohead bei ihren Konzerten die eigenen Transportwege zu optimieren, beispielsweise indem sie so wenig wie möglich auf das Transportmittel Flugzeug zurückgreifen und laut Yorke plant die Band sogar eigene Lager für Tour-Equipment in Europa und Amerika, damit es nicht jedes Mal erneut eingeflogen werden muss.

Überhaupt scheinen sich viele Bands über die problematischen Aspekte von Touren und Auftritten klar zu werden und versuchen etwas gegen die so  entstehenden Emissionen zu unternehmen. Die Ärzte oder Cassandra Steen touren klimaneutral und ermutigen ihre Fans mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, um schädliche Emissionen zu reduzieren. Die für letzere zuständige Hamburger Konzertagentur A.S.S. Concerts schickt überhaupt alle ihre Acts (unter anderem Juli, Udo Jürgens oder Christina Stürmer) nur noch auf Tour, wenn dafür der CO2-Ausstoß durch die Aufforstung von Wäldern ausgeglichen wird.

Beeindruckend spendabel zeigte sich auch die weltbekannte Rockband Pearl Jam, als sie beschloss rund 210.000 Dollar in die Pflanzung von Bäumen zu investieren, um die durch die „Back Spacer“-Welttournee entstandenen CO2-Emissionen auszugleichen. Ähnliche Aktionen wurden auch von den Rolling Stones und Coldplay durchgeführt.

Eine etwas seltsame Art auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen, hat sich hingegen der Geiger André Rieu ausgedacht (oder ausdenken lassen). Er will die Öffentlichkeit mit einem Konzert auf dem Nordpol wach rütteln und dazu aus jedem Land nur drei Vertreter einladen. Die Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens, mag sich mir nicht so ganz erschließen, aber jedem das Seine…

Ein wirklich vorbildlicher Klimaschützer ist hingegen Jack Johnson. Sein aktuelles Album „To the Sea“ wurde in einem solarbetriebenen Tonstudio aufgenommen und die auf seiner Welttour eingesetzten Trucks fahren mit Biodiesel. Außerdem unterstützt der Musiker verschiedenste ökologische Projekte und verkauft ausschließlich recylebare Merchandise-Produkte.

Noch einen gewaltigen Schritt weiter geht Pleasant Revolution, ein Projekt von mehreren amerikanischen Musikern. Sie touren komplett mit dem Fahrrad um die Welt und dabei kommt sogar der Strom für die Konzerte aus einem Generator, der durch die Fahrräder betrieben wird. So müssen also für einen gelungenen Gig mindestens vier Leute aus dem Publikum für den guten Sound kräftig strampeln. Begonnen hat die Tour in Großbritannien und nach Holland und Deutschland geht es nun ab nach Österreich, wo die Musiker am 7. und 8. August das Wiener Publikum im wahrsten Sinne des Wortes zum Schwitzen bringen. Danach geht es weiter nach Ungarn, Tschechien, Frankreich, Spanien und Portugal und alles garantiert emissionsfrei und somit komplett klimaneutral. So viel Engagement verdient ein extra Sternchen und somit erkläre ich hiermit Pleasant Revolution für die Könige der Klimaschützer unter den Musikern!

Matthias Schaffer

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