Lakabe – autarkes Ökodorf in Spanien

Lakabe

In Spanien stehen viele Dörfer verlassen da und verfallen zusehends. Eine Gruppe Menschen hat eine dieser Geisterstädte wieder aufgebaut und lebt dort nun autark und im Einklang mit Natur und Umwelt.

Sie kamen hier her mit nichts als einem Traum, einer Utopie, und ohne einen Pfennig in der Tasche. In einem alten Dorf, das der Periode starker Entpopularisierung in Nordspanien zum Opfer gefallen war, haben sie ihre Vision von einem besseren, einem freieren Leben verwirklicht. Heute schauen sie mit Stolz auf ihr Projekt, das wider allen Erwartungen funktioniert hat.

Eine von denen, die in den 1980er Jahren nach Lakabe, einem kleinen Dorf in den Bergen der nördlichen Navarra in Spanien kamen, ist Mauge Cañada. Sie erzählt von den harten Jahren des Wiederaufbaus. Es gab keine Straße, keine Elektrizität, die Häuser waren völlig heruntergekommen. Anfangs wohnte man zu zwanzigst in einem Haus. Gegessen wurde, was das Land hergab: Obst, Gemüse, selbstgebackenes Brot.

Nach und nach haben die Menschen das Dorf wieder aufgebaut und so vor dem Verfall gerettet. Baumaterial gab es genug in der Umgebung. Was fehlte hat man auf dem Rücken von Pferden ins Dorf hinaufgeschafft. Mit Gelegenheitsjobs, hauptsächlich Handwerksarbeiten, und dem Verkauf eines Teils der eigenen Ernte, hat sich die Gemeinschaft über Wasser gehalten. „Wir kamen hier her, ohne Ahnung vom Landleben. Wir kamen alle aus der Stadt. Hier mussten wir uns der Realität stellen und erfahren, was heißt, sein eigenes Überleben zu sichern“, erzählt Mauge. „Aber wir haben es geschafft“.

Heute ist Lakabe ein wunderschöner, verwunschener Ort. Die Bewohner haben die alte Dorfbäckerei wieder aufgebaut. Ihr Bio-Brot verkauft sich so gut, dass die Gemeinschaft über die Runden kommt, ohne außerhalb nach Arbeit suchen zu müssen. Allerdings halten sie ihre Lebensunterhaltkosten so minimal wie möglich. „Wir haben kein Verlangen nach Konsumgütern. Wir versuchen mit dem zu leben, was wir hier haben“, so Mauge.

Auch eine autarke Energieversorgung hat man aufgebaut. Während anfangs noch Kerzen und Öllampen herhalten mussten, versorgen heute ein Windrad, Solarpaneele und eine kleine Wasserturbine das Dorf mit dem nötigen Strom. Viele Häuser sind energieeffizient gebaut, mit speziellen Belüftungssystemen und natürlicher Ventilation.

In Spanien gibt es heute einige Duzend solcher „Ecoaldeas“ – Ökodörfer. „Es ist eine verrückte und fantastische Idee, eine Geisterstadt zu entdecken und wiederaufzubauen – nach den eigen Ideen und Idealen. Aber in Spanien gibt es fast 3.000 verlassene Dörfer“, erklärt Mauge. Lakabe nimmt keine neuen Bewohner mehr auf. „Aber wir möchte andere ermutigen, es uns gleichzutun und an anderen Orten ihre Ideen und Vorstellungen von einem wirklich nachhaltigen Leben zu verwirklichen.“

Josephin Lehnert

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