Innovativ gegen Verschwendung – Start-ups ausgezeichnet

Abfall ist eine wertvolle Ressource – in der Regel wird jedoch damit verfahren nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“. Vor einigen Monaten nun rief Green Alley, Beratungszentrum für Gründer der Green Economy mit Sitz in Berlin, zur Teilnahme am Gründerwettbewerb  „InnoWASTEon – grüne Start-ups gesucht“. Gesucht wurden innovative Konzepte zur Nutzung von Abfall. Ein System für Mehrweg-Verpackungen im Onlinehandel, eine Schnäppchen-App für Lebensmittel und veganer Biodünger haben das Rennen gemacht.

70 Bewerber hatten am ersten deutschen Gründerwettbewerb rund um das Thema Abfall teilgenommen. Der Preis wurde vom Berliner Gründernetzwerk Green Alley und der Crowdfunding Plattform Seedmatch im Frühjahr 2014 initiiert. Damit sollen junge Gründer gefördert werden, die sich mit den Herausforderungen der Wegwerfgesellschaft beschäftigen. Die drei Sieger RePack, FoodLoop und GreenLab Berlin erhalten ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro und können im Green Alley Coworking Space nebeneinander und miteinander an ihren Geschäftsmodellen weiterarbeiten.

RePack: Mehrwegverpackungen für den Onlinehandel
Die finnischen Designer von RePack haben ein Mehrwegsystem für den Online-Handel entwickelt, mit dem die wiederverwendbaren Verpackungen bequem vom Verbraucher zurückgeschickt werden können. Als Anreiz erhält der Kunde einen Warengutschein, den er bei seinem Einkauf im Online-Store einlösen kann. Jurymitglied, Gründer und Geschäftsführer von Seedmatch war begeistert von der Idee: „Dies ist eine absolut überfällige Innovation. Der Online-Handel boomt, dementsprechend wächst auch die Menge an Verpackungsmaterial. Das Gründerteam aus Finnland bringt eine Lösung für ein internationales Problem nach Berlin.“ Von Textilien bis hin zu Möbeln können verschiedenste Produkte in den wiederverwendbaren Verpackungen von RePack versandt werden.

FoodLoop: Schnäppchen-App für den Lebensmittelhandel
Die Motivation von FoodLoop-Gründer Christoph Müller-Dechent war es, die tägliche Lebensmittelverschwendung in Supermärkten zu reduzieren. Laut Foodloop werden jeden Tag pro Supermarktfiliale zwei volle Einkaufswagen voller Lebensmittel weggeworfen, die noch Monate haltbar wären. Das erst im April 2014 gegründete Start-up hat eine App entwickelt, mit der Produkte kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums vom Handel preisreduziert angeboten und vom Verbraucher ausfindig gemacht werden können. Laut Jury ist die App eine einfache Idee mit großer Wirkung. 

GreenLab Berlin: veganer Biodünger
Am aktuellen Bio- und Vegan-Trend setzen die zwei Agrarwissenschaftlerinnen von GreenLab Berlin mit ihrem biologischen Dünger aus Lebensmittelabfällen an, den sie aus Kakaoschalen der Bio-Schokoladenproduktion entwickeln. Mit seinem Dünger, der nach Schokolade duftet, will das Team zeigen, dass biologische Kleingärtner keine Spießer sind, sondern neue Maßstäbe beim Urban Gardening setzen. Die Jury überzeugten sie durch das clevere Geschäftskonzept und durch ihren souveränen Umgang mit den kritischen Fragen zu Finanzierung, Wettbewerbern und Alleinstellungsmerkmalen. Laut GreenLab Berlin ist das Produkt der erste und einzige vegane Dünger, der derzeit im Handel erhältlich ist. 

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Die wichtigsten Auswahlkriterien für den Green Alley Award waren der Beitrag der Geschäftsideen zu einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf sowie der Mehrwert für die Gesellschaft und den Verbraucher. „Fachliches Know-how und eine gute Idee allein reichen nicht aus. Daher haben wir bei unserer Auswahl auch auf die Motivation sowie die Präsentations- und Begeisterungsfähigkeit der Gründer geachtet. Wer erfolgreich im Markt bestehen will, muss uneingeschränkt von seiner Idee überzeugt sein und das auch vermitteln können“, sagt Jan Patrick Schulz, Geschäftsführer Green Alley GmbH bei der Preisverleihung.

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