Eisbären bald ausgestorben?

The last Polar Bear

Am 27. Februar war der internationale Tag der Eisbären, doch Anlass zum Feiern gab es nicht. Nur rund 25.000 Exemplare des größten an Land lebenden Raubtiers sind noch verblieben und die Bestände nehmen kontinuierlich ab. Laut einer Prognose des WWF werden bis 2050 weitere zwei Drittel ausgestorben sein. Der Hauptgrund dafür ist der Klimawandel.

Die Auswirkungen des Temperaturanstiegs sind nämlich in der arktischen Heimat der Eisbären ganz besonders drastisch zu spüren. So ist die Durchschnittstemperatur in der Arktis innerhalb der letzten 100 Jahre um etwa fünf Grad gestiegen und dadurch seit 1985 rund sechs Prozent des Packeises abgeschmolzen. Da die Eisbären aber gerade dort nach Robben jagen, verschwindet nach und nach ihr wichtigstes Jagdrevier und die Tiere müssen am Festland bleiben und (ver-)hungern.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Muttertiere heute weniger wiegen als noch vor einigen Jahren und deutlich weniger Junge zur Welt bringen. Dramatisch zugenommen hat auch die Sterblichkeit bei den Jungtieren, sie liegt bei fast 50 Prozent. Neben dem Hungertod ertrinken viele davon auf dem immer weiter werdenden Weg zu stabilem Packeis, denn die Überwindung großer Distanzen im eiskalten Wasser übersteigt ganz einfach die Kräfte der ohnehin schon geschwächten Tiere.

Es sieht also leider gar nicht gut aus für die Eisbären, die nicht nur vom WWF, sondern auch auch von der Weltnaturschutzunion IUCN längst als „gefährdet“ eingestuft werden. Wer sich für die weißen Raubtiere engagieren möchte, kann unter anderem eine Eisbärenpatenschaft des WWF übernehmen oder den eigenen CO2-Fußabdruck so weit wie möglich senken. Konkrete Tipps dafür gibt es beispielsweise auf den Webseiten von Polar Bears International und 52 Wege für eine wunderbare Welt. Längerfristig können aber wohl nur weltweit gültige Klimaschutzmaßnahmen und -abkommen den Klimawandel stoppen oder zumindest abschwächen. Und auf dem Spiel steht dabei deutlich mehr als „nur“ das Überleben der Eisbären.

Dass das Schmelzen des Eises in der Arktis übrigens bereits heute konkrete Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland hat, haben Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung herausgefunden und in einer jüngst veröffentlichten Studie geschildert.

Matthias Schaffer

Add comment