Klimaschutz-Index 2012 ernüchternd

Emissionen

Mehr als 200 Klimaexperten haben dazu beigetragen, die Klimapolitik in ihren Ländern zu bewerten. Hierdurch ist zum siebten Mal der sogenannte Klimaschutz-Index entstanden, ein Vergleich derjenigen Staaten, die weltweit den größten CO2-Ausstoß verursachen. Erschreckendes Ergebnis des Klimaschutz-Index 2012: Kein Land der Welt hat genug zur Abwendung des Klimawandels getan, um auf den ersten drei Rängen zu landen – sie blieben, wie schon in den Vorjahren, frei!

Einen Grund für diesen Negativtrend sieht Germanwatch, Herausgeber der Studie, in der gestiegenen Abhängigkeit von Kohle. Immerhin 80 Prozent der Bewertung gehen auf Emissionsniveau und -trend zurück. Zwar kletterten sowohl Schweden, Großbritannien und Deutschland auf der Rangliste an die Spitze, dennoch ist keines dieser Länder ein wirkliches Klimavorbild. Die neue Führung Schweden überzeugt immerhin mit positiven Trends, vor allem im Gebäudebereich und auch das Emissionsniveau ist relativ niedrig, dennoch wird die Klimapolitik des Landes von den Experten kritisiert.

Die neue Nummer fünf, Großbritannien, lag im letzten Klimaschutz-Index noch auf Platz acht, konnte aber aufgrund seiner klimapolitischen Vorbildhaltung (hauptsächlich wegen der umfangreichen Klimaschutzgesetze bis 2050) und dem Rückgang der Emissionen einige Plätze wett machen. Ein Platz auf dem Klimaschutz-Index, der nicht lange währen dürfte, denn alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Bemühungen des Landes künftig zurückgefahren werden. Somit könnte Großbritannien seine Vorreiterrolle und auch seinen Platz im Klimaschutz-Index in diesem Jahr verlieren und sogar aus den Top 10 rutschen.

Deutschland konnte ebenfalls einen Platz gut machen und steht jetzt an Platz sechs. Die nationale Energiepolitik dürfte als Hauptgrund für den Aufstieg zu sehen sein, aber das Emissionsniveau hierzulande ist noch immer viel zu hoch, um ein höheres Ranking zu erreichen. Die ehemalige Ranglistenführung Brasilien rutscht dabei durch ihren Emissionsanstieg hinter Deutschland und könnte auch in Zukunft weiter abrutschen.

Während Indien durch die drastisch gestiegenen Emissionen um 13 Ränge abfiel (jetzt Platz 23), konnte die USA zwei Ränge gut machen. Durch die Wirtschaftskrise sanken in den USA auch die Treibhausgasemissionen, sodass sie derzeit auf Platz 52 stehen. Der größte Kohlendioxidemittent der Welt, China, baut hingegen seine Bestrebungen nach verbindlichen Zielen zur Reduktion der Emissionen aus und hat im Bereich der erneuerbaren Energien kräftig ausgebaut. Dennoch bleibt China aber immer noch mit wachsendem Abstand größter Emittent des Treibhausgases. Erst, wenn sich die bereitgestellten Kapazitäten aus erneuerbaren Energien positiv auf den Emissionstrend auswirken, kann China auch sein Ranking verbessern.

Positiv ins Auge sticht beim Klimaschutz-Index 2012 Dänemark. Im Vorjahr noch auf Platz 33, schaffte das Nordlicht nun den Sprung unter die zehn besten Länder. Hauptsächlich die positive Bilanz der nationalen und internationalen Klimapolitik des Landes bescherte Dänemark den zwölften Platz. Der letzte Platz ging auch in diesem Jahr an Saudi-Arabien, das mit einem besonders schlechten Emissionsniveau-Indikator glänzte. Viele Länder hatten zudem auch in diesem Jahr mit einer Erhöhung der CO2-Emissionen pro Bruttoinlandsprodukt zu kämpfen, die von der verstärkten Kohle- und Ölnutzung herrührten. Wird diese Entwicklung gestoppt, könnten die Plätze eins bis drei vielleicht im nächsten Klimaschutz-Index endlich wieder belegt werden.

Judith Schomaker

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