Klimaerwärmung stellt Amazonien auf den Kopf

Amazonas; Foto: Wikimedia Commons (Roke)

Noch befindet sich das größte tropische Urwaldgebiet der Erde im Amazonasbecken und beherbergt zehn Prozent unserer Tier- und Pflanzenarten. Doch neben Rodung und Landwirtschaft setzt dem Regenwald auch verstärkt das Klima zu.

Wie schon im Jahre 2005 gab es im letzten Jahr eine Trockenphase von Juli bis Oktober, welche die Hälfte des Regenwaldes in Südamerika betraf. Dies macht mehrere Millionen Quadratkilometer aus und schlägt damit die Wasserknappheit von vor sechs Jahren um Längen. Als Folge der Dürre kommt es oft zu Bränden und die Bäume sterben in den betreffenden Gebieten ab. Sie geben bei der mehrere Jahre andauernden Verrottung Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre ab. An die 13 Milliarden Tonnen CO2 sind durch beide Dürren bisher freigesetzt worden. Das als kohlenstoffabsorbierend gepriesende Amazonien hat dabei aber Probleme, den zusätzlichen enormen Ausstoß auszugleichen. Denn die jährlichen Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre beträgt gerade einmal anderthalb Milliarden Tonnen. Damit wird das Amazonasbecken zur Kohlenstoffquelle.

Wäre das Absterben ein seltenes Ereignis, könnte die ökologische Regenerierung nützlich sein. Denn Beobachtungen zufolge eroberten die Pflanzen im Folgejahr 2006 ihr Territorium zurück und waren resistenter als ihre Vorgänger. Durch die Klimaerwärmung wird der Regenwald aber sicherlich noch mit einigen Perioden der Trockenheit zu kämpfen haben. Hinzu kommt das nicht zu unterschätzende Mikroklima: Die Humidität der Tropen nimmt bei verminderter Anzahl der Bäume ab und dies führt wiederum zu weniger Niederschlag. Die Regenhäufigkeit verminderte sich im Südosten des Amazonas in den letzten Jahren um ein Viertel. In Brasilien existiert neben den Tropen auch noch ein anderer Vegetationstyp: Die Savanne. Trotz ihrer Gefährdung sowie hohen Biodiversität sollte sie sich nicht auf den Regenwald ausweiten.

Auswirkungen der Klimaerwärmung zeigen sich auch auf der nördlichen Hemisphäre. So befürchten Forscher, dass in der Tundra die Permafrostböden auftauen und Methan sowie CO2 freigesetzt werden wird. Des Weiteren haben die nördlichen Wälder zunehmend mit Schädlingen und Bränden zu kämpfen. Eine gute Nachricht könnte sein, dass boreale Nadelwälder bei einer Temperaturzunahme durch die Verlängerung der Vegetationsperiode eventuell mehr Kohlenstoff speichern.

Jedoch fungiert der Regenwald als weitaus größere CO2-Senke und sollte aus diesem Grund in Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel einbezogen werden.

Jenny Lohse

1 Kommentar

  • Hello Friends, KEIN SPASS
    und wie wir bei einer wichtigen Terra X Sendung über die indianischen Kulturen und alter unwiederrufbarer Umwelt-Sünden alter Kulturen (auf der ganzen Welt) wissen: Es ist mit dieser Situation nicht zu spaßen, es ist ERNST und wir müssen sofort HANDELN um diese DYNAMIK AUFzuHALTEN.
    AUFRUF: ” an ALLE in der WELT “