Das neue Kimball Art Center wird nachhaltig

Kimball Art Center

Park City, eine Stadt im US-Bundesstaat Utah, ist den meisten Menschen als Zentrum eines großen Wintersportgebiets oder als Austragungsort des Sundance Film Festivals bekannt. Nun entsteht dort ein weiterer Meilenstein der nachhaltig orientierten Architektur. Das gemeinnützige Kimball Art Center wird bis 2015 vollständig renoviert und großzügig erweitert.

Das alte Kimball Art Center ist bislang ein unscheinbares Gebäude im Zentrum der Kleinstadt. Die einst abbruchreife Autowerkstatt wurde 1976 von Bill Kimball und einigen seiner Freunde in ein gemeinnütziges Kulturzentrum umgewandelt. Eine permanente Sammlung finden die Besucher nicht vor. Dennoch sorgt das Zentrum in regelmäßigen Abständen mit spektakulären Ausstellungen, etwa mit Werken von Andy Warhol oder Roy Lichtenstein, für großes Aufsehen.

Das neue Kimball Art Center bereichert Park City um eine zusätzliche Attraktion. Diesmal ist es jedoch das Gebäude selbst, das in das Zentrum des weltweiten Interesses rückt.

Im Zuge eines internationalen Architekturwettbewerbs wurde nach einer zukunftsweisenden Lösung gesucht, um das Museum neu zu gestalten. Erneut war es die Bjarke Ingels Group (BIG), ein Architekturbüro aus Dänemark, die mit revolutionären Plänen als Sieger aus diesem Wettkampf hervorging. Der Entwurf beinhaltet eine großzügige Erweiterung des gesamten Gebäudekomplexes. Augenfällig dabei ist, dass der Ausbau in sich gedreht ist und sich somit optimal in die bestehende Struktur der Stadt integriert.

Eine Fülle umweltfreundlicher Detaillösungen verwandelt das neue Kimball Art Center in einen nachhaltigen Gebäudekomplex.

Alte Holzbalken, die ursprünglich Bestandteil einer Eisenbahnbrücke in der Region waren, werden verdreht aufeinandergestapelt und bilden so die neue Fassade. Das Holz der alten Douglastannen erzielt nicht nur außergewöhnlich gute Isolierungswerte. Zugleich gelingt es den Architekten, der Gebäudehülle ein markantes Äußeres zu verleihen.

Parallel dazu setzt die Bjarke Ingels Group auf ein Bündel weiterer umweltfreundlicher Maßnahmen. Ein neu errichteter Erdwärmetauscher nutzt die vorhandene Erdwärme, um die Räume im Winter zu beheizen und im Sommer zu kühlen. Steuerbare Dachluken sorgen gleichzeitig für ein optimales Raumklima und eine natürliche Belüftung der Innenräume durch die Nutzung des natürlichen Kamineffekts.

Versteckt hinter heimischen Pflanzen befindet sich auf einem der Dächer die neue Solaranlage. Die dort gewonnene Energie dient ebenso zum Beheizen der Räume. Sie wird jedoch zugleich dazu herangezogen, um Gehwege und Terrassen im Winter schneefrei zu halten.

Auch hinsichtlich des benötigten Wassers haben die Planer von BIG konkrete Lösungen parat. Auf den großen Terrassen wird Regenwasser gesammelt, das vor Ort als Betriebs- oder Brauchwasser genutzt wird. Dieses kann, eine entsprechende Aufbereitung vorausgesetzt, später auch als Trinkwasser verwendet werden. Für ideale Lichtverhältnisse im Inneren sorgt die optimierte Ausrichtung des Kulturzentrums in Verbindung mit großzügig integrierten Fensterflächen.

2013 beginnen die Umbauarbeiten an dem Gebäude. Die Fertigstellung des neuen Kimball Art Centers ist für Mitte 2015 angesetzt.

Joachim Kern

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