Keine Stilfrage: nachhaltige Möbel | Teil 2

Nachhaltiges Möbelstück

Nachhaltiger Möbelbau definiert sich in vielen Fällen durch das gänzliche Vermeiden bestimmter Materialien oder Rohstoffe. Gerade dieser Aspekt stellt Designer und Techniker gleichermaßen vor neue Herausforderungen. Die fertigen Möbel überzeugen jedoch oftmals zusätzlich durch ihre raffinierte Formgebung. Das CleanEnergy Project begibt sich auf einen Einkaufsbummel und sieht sich bei jenen Möbelherstellern um, die Einrichtungsgegenstände unter Berücksichtigung nachhaltiger Aspekte herstellen.

Der wesentliche Unterschied. Nachhaltige Einrichtungsgegenstände erfüllen häufig eine Fülle unterschiedlicher Umweltkriterien, welche sich die Hersteller zumeist selbst auferlegen. So kommt es, dass das Endprodukt nicht selten zur Gänze ohne Metallteile angefertigt wurde, kompostierbar, frei von Giftstoffen, energiesparend oder formaldehydfrei ist. In weiterer Folge entwickeln Möbelbauer oft raffinierte Strategien, um die Möbel möglichst ressourcenschonend verpacken und auch umweltschonend transportieren zu können.

Generell muss an dieser Stelle eine Lanze für all jene Möbelstücke gebrochen werden, die unter Berücksichtigung nachhaltiger Aspekten hergestellt werden. Nach wie vor wird den entsprechenden Einrichtungsgegenständen – meist vorschnell und pauschal – nachgesagt, bieder und fantasielos zu sein. Bestenfalls gilt eine nachhaltige Wohnungseinrichtung zwar vom designtechnischen Standpunkt aus betrachtet als absolut gelungen, wird dabei jedoch zugleich häufig als überdurchschnittlich hochpreisig eingeschätzt.

Der Einkaufsbummel. Dass dem nicht so ist, beweist ein Blick in die Auslagen jener Möbelhersteller, die erfrischend positiv aus der Masse der austauschbaren Einrichtungshäuser hervorragen. Die folgenden Hersteller sind willkürlich gewählt. Ebenso werden lediglich Auszüge aus den umfangreichen Maßnahmepaketen der jeweiligen Unternehmen beschrieben. Sie dienen in diesem Fall als Anreiz für andere Betriebe und fungieren als Ideengeber. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen jedoch die nachhaltigen Möbelstücke selbst.

Team 7 achtet besonders darauf, dass das verwendete Holz frei von Schadstoffen und Pestiziden ist. Die Verarbeitung erfolgt ausschließlich mithilfe von Hilfsstoffen, die kein Formaldehyd enthalten. Zur Veredelung der Möbelstücke werden nur natürliche Kräuteröle eingesetzt.

Grüne Erde setzt konsequent biologische und regionale Produkte in der Produktion ein. Verschickt das Unternehmen etwa ein Paket, so kommt Papierklebeband zum Einsatz. Klebeband aus Kunststoff hat hier schon längst ausgedient.

Studiomama, hinter dem die Designerin Nina Tolstrup steht, ist auch für andere Unternehmen tätig. Die eigene Linie überzeugt durch Ideen außerhalb der Norm. Dazu zählen Schrankmöbel, die aus rezyklierten Fußbodenbrettern gefertigt werden.

Piet Hein Eek setzt zum Teil auf das Prinzip Fairtrade. Besonders interessant ist eine Möbelserie des Niederländers, die aus recycliertem Holz sowie aus bereits entsorgtem Metall angefertigt wird. Ergänzend werden Keramikarbeiten angeboten.

Ein Einkaufsbummel abseits austauschbarer Einrichtungshäuser lohnt sich und führt zu neuen Einblicken. Probieren Sie es einfach einmal selbst aus!

Lesen Sie hier Teil 1 des Artikels und erfahren Sie mehr über die Unterschiede zwischen herkömmlichen und nachhaltigen Einrichtungsgegenständen.

Joachim Kern

1 Kommentar

  • massivmoebel24.de ist eine Seite auf der ich gerne bestelle. Angeblich ist das Holz aus nachhaltigem Anbau und die Löhne sind fair. Ich finde es zumindest toll, dass sich Firmen wie die erwähnten auch um gutes Design bemühen. Ich denke ist wichtig für die Branche von diesem „Hippie“-Randgruppen-Image wegzukommen.

Über das CleanEnergy Project

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