Keine Stilfrage: nachhaltige Möbel | Teil 1

Nachhaltige Möbel

Wenn lange Nebeltage näher rücken und es draußen ein wenig ungemütlich wird, ziehen sich viele Menschen gerne in die gemütliche Wohnung zurück. Insbesondere in der kalten Jahreszeit wird der private Wohnbereich häufig umgestaltet. Um einem Raum eine neue Atmosphäre zu geben, wird dabei oftmals ein neues Möbelstück gekauft. Doch wie viel wissen wir tatsächlich über unsere Möbel? Das CleanEnergy Project zeigt die Unterschiede zwischen herkömmlichen und nachhaltigen Einrichtungsgegenständen auf.
 
Herkömmliche Möbel. Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Der durchschnittliche Europäer ist generelle schlecht über das Thema Möbelbau informiert. Selbst, wenn wir bemüht sind, einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck beim Kauf eines neuen Einrichtungsgegenstands zu hinterlassen, so verursacht selbst ein schlichter Couchtisch erhebliche Umweltbelastungen. Seine Bestandteile werden meist mehrmals um den Erdball verschifft, bis sie schließlich – als Tisch zusammengefügt – in unserer Wohnung stranden.

Spätestens dann, wenn besagter Couchtisch um 29,- Euro erhältlich ist, sollte dem potenziellen Käufer klar sein, dass ein solches Möbelstück eigentlich nichts anderes als eine Ansammlung nett anzusehenden Sondermüll darstellt. De facto handelt es sich meist um eine Kombination von synthetisch oder petrochemisch hergestellten Materialien, genmanipulierten Substanzen und anderen Giftstoffen. Diese werden meist mit formaldehydhaltigen Klebstoffen verleimt.

Die äußerste Schutzschicht besteht häufig aus Melaminharzen, die ihren Ursprung zum größten Teil in fossilen Ressourcen haben. Erst dank dieser Schicht aus Melaminharz weist die künstlich hergestellte Tischoberfläche die notwendige Widerstandskraft gegen äußere Einflüsse auf. Experten schätzen, dass in Europa rund 50 Prozent aller Möbel mit einer solchen Schutzschicht aus Melaminharz versehen sind. Doch gibt es dazu alltagstaugliche Alternativen?

Nachhaltige Möbel. Erfreulicherweise verfügt der bewusste Konsument heute über eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten, um nachhaltige Möbel zu erwerben. Dabei lässt sich in den meisten Fällen feststellen, dass ökologisches Bewusstsein und überzeugendes Design einander nicht ausschließen.

Fachleute räumen jedoch auch ein, dass es nicht immer einfach ist, ein nachhaltiges Möbelstück schlussendlich so zu bauen, wie dies ursprünglich geplant war. Häufig stellt sich in der ersten Phase einer Neuentwicklung heraus, dass etwa ein bestimmter Bestandteil, welcher für den Bau des Möbels notwendig ist, vom Unternehmen grundsätzlich nicht verwendet wird. Folglich müssen neue Lösungen entwickelt werden. Planänderungen stehen daher in der Entwicklungsphase eines neuen Möbels an der Tagesordnung.

Nachhaltiger Möbelbau definiert sich in vielen Fällen durch das gänzliche Vermeiden bestimmter Materialien oder Rohstoffe. Gerade dieser Aspekt stellt Designer und Techniker gleichermaßen vor neue Herausforderungen. Die fertigen Möbel überzeugen jedoch oftmals zusätzlich durch ihre raffinierte Formgebung. Weiters kommt hinzu, dass das Endprodukt zumeist zur Gänze ohne Metallteile angefertigt wurde, kompostierbar, frei von Giftstoffen, energiesparend oder formaldehydfrei ist.

Lesen Sie ab 14. November 2012 hier Teil 2 des Artikels und begeben Sie sich auf einen kleinen Einkaufsbummel abseits austauschbarer Einrichtungshäuser.

Joachim Kern

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