Gentlemen, turn off your engines!

Die treibstoffsparende Start-Stop-Automatik wird erwachsen. So entwickeln sich die unterschiedlichen Benzinsparsysteme, mit denen unsere Autos ausgestattet sind, stetig weiter. Auf Startschwierigkeiten in der Anfangszeit folgten abenteuerliche Entwicklungen in den Folgejahren. Nun spannt sich der Bogen bis hin zum beinahe schon bodenständigen Auftreten. Neu in der Familie: I-Stop.

Hybridautos wissen es von Anfang an: „Motor aus“ bedeutet einen geringeren Spritverbrauch. Daher setzen die Hersteller von Hybridfahrzeugen von Beginn an auf diese simple Idee. Bei benzinbetriebenen Fahrzeugen dauerte es allerdings länger, bis sich dieser Gedanke durchsetzen konnte

1993, etwa zeitgleich mit dem Erwerb meines Führerscheins, wurde ich auf den damals neuen „Golf Ecomatic“ aufmerksam. Auch Audi experimentierte bereits in den 80er Jahren auf diesem Gebiet. Der „Ecomatic“ jedoch sollte das erste serienreife Kind dieser neuen Generation werden. Ausgestattet mit 64 PS machte die Neuheit sich auf, die Herzen der Europäer zu erobern. Die Idee war so einfach wie genial. Benötigte man den Motor nicht, so stellte sich das Antriebsaggregat automatisch ab, um bei Bedarf erneut anzuspringen. So sparte man eine beträchtliche Menge an Treibstoff ein. Die Technik jedoch war gewöhnungsbedürftig und noch nicht ganz ausgereift. Ein Aufpreis von rund 1.180 Euro für das System war für mich, damals noch Führerscheinneuling, kein zwingendes Kaufargument. Der „Golf Ecomatic“ setzte sich nie durch.

Da man eine gute Idee nicht aufhalten kann, ging nun alles sehr rasch voran. Technischer Fortschritt und das Umdenken der Menschen beschleunigten die Entwicklung der Start-Stop-Automatik bei herkömmlichen Fahrzeugen. BMW und Citroën folgten VW. An Bahnübergängen, im Stadtverkehr und in Staus wurde es leiser. Die Motoren verstummten automatisch. Von A wie Audi bis V wie Volvo gehörte ein solides Start-Stop-System schon bald zum guten Ton. Selbst Porsche nahm Gas zurück.

Neu in der Familie ist ab August 2009 der „Mazda 2.0 I-Stop“. Der Name hat sich zwar geändert, die grundlegende Idee ist dieselbe geblieben. Jedoch wählt I-Stop automatisch den richtigen Zylinder beim Neustart des Motors. Tritt man nun beim Losfahren das Kupplungspedal, so springt der Benziner in einzigartigen 0,35 Sekunden wieder an – lange bevor man den ersten Gang eingelegt hat.

Preislich ist das Auto sogar um 980 Euro günstiger als sein Bruder ohne Benzinsparvorrichtung. 151 PS sorgen für das nötige Fahrvergnügen. Auch in diesem Punkt unterscheidet sich der jüngste Nachwuchs der Benzinsparer deutlich von seinem Urahn, dem „Golf Ecomatic“.

Abschließend eine wichtige Information für Führerscheinneulinge: Bei stärkeren Gefällen und in den Bergen schaltet I-Stop den Motor aus Sicherheitsgründen nicht ab. 1993 war das noch anders.

Joachim Kern

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