Heimwerken für ökologische Profis

Nikolaus Berlakovich, Landwirtschaftsminister in Österreich

Keine Frage: Heimwerken macht Spaß. Richtig Spaß. Aber wie umweltverträglich sind eigentlich die Materialien und Werkstoffe, die dabei zum Einsatz kommen? Gibt es dazu Alternativen? Wie funktioniert umweltbewusstes Heimwerken? Die neue Broschüre des Österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Lebensministerium) informiert umfassend und beinhaltet zahlreiche Tipps für den ambitionierten Heimwerker.

Selbst gemacht? Ja, aber ökologisch! So lautet der Titel des neuen Ratgebers des Lebensministeriums. Auf insgesamt 92 Seiten findet hier jeder Do-it-yourself-Experte geballte Information vor. Diese deckt die Bereiche Heimwerken, Reparieren und Bauen ab, wobei die Themen in diesem Fall aus Sicht der Umwelt betrachtet werden.

Somit deckt die Broschüre nicht nur die richtige Verarbeitung der Werkstoffe und Produkte ab, sondern bezieht gleichfalls deren Entsorgung oder deren Wiederverwendung mit ein. Die Autoren ergänzen dies zugleich um die damit verknüpften Gesundheitsaspekte. Schlussendlich wirken sich immer noch viele der heute eingesetzten Produkte negativ auf die Gesundheit des Heimwerkers und in weiterer Folge auf das jeweilige Raumklima aus.

Besonders erwähnenswert ist der Anhang. Der erste Teil informiert über die wichtigsten Gütesiegel und ermuntert zur Planung des nächsten Projekts. Der wesentlich umfangreichere zweite Teil hingegen klärt über die gängigen Gefahrenkennzeichen auf. Dieser Abschnitt verleitet eindeutig dazu, das soeben geistig bereits gestartete Vorhaben auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Von einem beklemmenden Gefühl erfasst, lassen diese Zeilen gewiss den einen oder anderen Leser daran denken, wie oft etwa der Atemschutz in den vergangenen Jahren wegen dieser oder jener Kleinigkeit schlussendlich doch nicht verwendet wurde.

Tool Time. Der Einstieg in die Broschüre fällt ein wenig holprig aus. Zu sehr erinnert das Heft im ersten Moment an die üblichen Handzettel in Baumärkten. Diese enthalten zwar keinerlei Informationen, dafür befindet sich auf deren Rückseite zumeist eine lange Einkaufsliste, die sich großteils aus unnötigem Zubehör zusammensetzt.

Nicht jedoch in diesem Fall. Bei genauer Betrachtung stellt sich heraus, dass das äußerst umfangreiche Heft jede Menge praktischer Tipps enthält. Hier stößt selbst ein routinierter Heimwerker auf nützliche Hinweise. Der Leser findet hier praxisbezogene Anleitungen in ausreichender Anzahl vor, um theoretisch ein ganzes Haus im Alleingang renovieren zu können. Im gelebten Alltag würde ein durchschnittlich begabter Heimwerker an so einer komplexen Aufgabe jedoch wohl kläglich scheitert.

Das Lebensministerium stellt den neuen Ratgeber ab sofort auf der eigenen Website zum kostenlosen Download bereit. Wer möchte, kann die Broschüre auch telefonisch bestellen und sich diese per Post zusenden lassen. Aber: Welcher echte Mann braucht heute noch Papier?

Joachim Kern

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