Guter Rat muss nicht teuer sein – der Rad-Ratgeber

Im Frühling beginnt wieder die Zeit der Fahrradfahrer

Der Frühling steht in den Startlöchern und die Fahrräder werden langsam wieder aus dem Keller geholt. Da kommt der Rechtsratgeber des ADFC in Kooperation mit der Deutschen Anwaltshotline genau richtig. In dem übersichtlichen Ratgeber werden acht wichtige Rechtsfragen für den Radfahrer beantwortet und der Auszug aus dem Bußgeldkatalog für Radler gibt einen schnellen Überblick über Verstöße und deren Kosten. So wird beispielsweise die Frage beantwortet, ob nun tatsächlich nur Dynamolicht als verkehrssicher gilt. Denn noch vor kurzer Zeit entsprach ausschließlich das Dynamolicht der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO).

Lediglich Rennrädern bis elf Kilogramm war das Batterielicht gestattet. Seit dem 1.August 2015 ist mit der Gesetzesänderung allerdings nur bedingt die batteriebetriebene Fahrradbeleuchtung legalisiert worden. „Fahrräder müssen für den Betrieb des Scheinwerfers und der Schlussleuchte mit einer Lichtmaschine, deren Nennleistung mindestens 3 W und deren Nennspannung 6 V beträgt oder einer Batterie mit einer Nennspannung von 6 V (Batterie-Dauerbeleuchtung) oder einem wieder aufladbaren Energiespeicher als Energiequelle ausgerüstet sein.“ ,heißt es im Paragraph 67 Absatz 1 der StVZO. Allerdings werden technisch bedingt viele Halogen- und LED-Scheinwerfer mit anderer Spannung betrieben und entsprechen damit nicht den gesetzlichen Regelungen. Und was vielen Radfahrern nicht bewusst ist: Front-Scheinwerfer und Rücklicht müssen über ein Prüfzeichen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) verfügen. Dieses besteht aus einer Wellenlinie, dem Buchstaben K und einer fünfstelligen Nummer. Doch dürfen in Deutschland ohnehin nur Fahrradlichter mit Prüfzeichen verkauft werden.

Darüber hinaus beantwortet der Ratgeber die Frage, ob man als Radfahrer denn immer den vorgesehenen Radweg zu nutzen hat. Spontan würde die Mehrheit wohl hier eindeutig mit „Ja.“ antworten. Irrtum – Radwege müssen nur dann benutzt werden, wenn sie denn tatsächlich durch das blaue Verkehrsschild gekennzeichnet sind (§ 2 Abs. 4 Satz 2 StVO). Und dies auch nur dann, wenn die Wege nicht durch Schnee und Eis, Scherben oder parkende Autos unbefahrbar werden. Sind Wege nicht durch das blaue Hinweisschild gekennzeichnet, so hat der Radfahrer Wahlfreiheit zwischen Straße und Radweg. Nur der Bürgersteig bleibt tabu.

Sind denn außerdem Kopfhörer verboten? Schließlich können diese – ähnlich wie das Telefonieren, was mittlerweile verboten ist – den Radfahrer ablenken. Grundsätzlich ist nichts gegen Musik hören beim Radfahren einzuwenden, doch sollte der Radler den Straßenverkehr, Hupen oder Klingeln nach wie vor wahrnehmen können. Denn laut einer Studie führt Musikhören selbst bei normaler Lautstärke im Straßenverkehr zu einer verminderten Reaktionszeit um bis zu 20 Prozent, was das Unfallrisiko erhöht.

Dies und weitere fünf Fragen beantwortet der Rechtsratgeber präzise und übersichtlich. Und wessen Fragen anschließend noch nicht alle geklärt sind, was nun eigentlich verboten ist für den Fahrradfahrer und was nicht, der findet im Bußgeldkatalog weitere Verstöße und deren Kosten – damit das Radfahren nicht zum teuren Freizeitspaß wird.

1 Kommentar

  • Danke für diese Auffrischung in Sachen „Was ist erlaubt und was nicht“. Zwar hat man viele Regelungen als Radfahrer irgendwann mal gehört, aber ein bisschen Nachilfe schadet sicher nicht. Ein guter Ratgeber für den Radlenker ist auch immer der gesunde Menschenverstand. Wenn ich manchmal sehe, wie dunkel gekleidete Radfahrer mit unbeleuchteten Zweirädern nach Einbruch der Dunkenheit mit Schwung verkehrt herum in eine Einbahnstraße einbiegen, wird mir schon beim Zusehen schwindelig. Es ist ihnen zu wünschen, dass die anderen Verkehrsteilnehmer immer gut aufpassen und sie selber gut versichert sind. Am Eingang meiner Grundschule hing ein Schild: „Auch Du kannst täglich im Straßenverkehr ein Menschenleben retten – Dein eigenes“. Ein gutes Motto finde ich.

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