Gedämpfte Erwartungen zur Klimakonferenz in Bonn

Nach der gescheiterten Weltklimakonferenz in Kopenhagen Ende vergangenen Jahres herrscht große Ratlosigkeit. Vom 31. Mai bis zum 11. Juni wird in Bonn versucht, ein verbindliches Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll vorzubereiten. Dabei gibt es allerdings wenig Hoffnung auf eine schnelle Einigung.

Ziel der UN-Arbeitskonferenz ist, eine vernünftige Verhandlungsbasis für die nächste Weltklimakonferenz in Cancún (Mexiko) Ende 2010 auszuarbeiten. In der aktuellen Konferenz in Bonn geht es in erster Linie darum, Texte zu formulieren, auf deren Basis dann ein neues Klimaschutzabkommen verhandelt werden kann. Daran arbeiten in Bonn über 4.000 Teilnehmer aus aller Welt. Aber selbst dieses Minimalziel ist ungewiss.

Entsprechend ist die Einigung auf ein Nachfolgeabkommen in diesem Jahr höchst unwahrscheinlich. So zumindest die Einschätzung vom Chef des UNO-Klimasekretariats, Yvo de Boer, vor den Verhandlungen. Mit einem verbindlichen Abkommen rechnet er erst zur übernächsten Weltklimakonferenz 2011 in Südafrika.

Leider zeigt sich, dass neben dem Klimasystem auch die Klimaverhandlungen von großer Trägheit geprägt sind. Dabei wird die Zeit bis zum Auslaufen des Kyoto-Protokolls immer knapper. Momentan wagt es kaum einer, sich zu einer Aussage hinreißen zu lassen, ob ein Folgeabkommen zustande kommt und wie dieses aussehen könnte. Dazu gibt es noch zu viele Baustellen, Angefangen bei den Emissionsreduktionszielen über wirksame Überwachungs- und Sanktionierungsmechanismen, bis hin zur Lastenverteilung der milliardenschweren Hilfen, die besonders vom Klimawandel betroffenen Staaten zugute kommen sollen.

Südafrika, das die womöglich entscheidende Weltklimakonferenz 2011 beherbergen wird, hat sich dafür ausgesprochen, das Kyoto-Protokoll einfach zu verlängern. Wichtige Klimasünder wie die USA und China haben dieses jedoch nicht ratifiziert. Sie sollen eigene Verpflichtungen neben dem Kyoto-Protokoll übernehmen.

Oliver Hölzinger

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