Flächenverbrauch – die vergessene Dimension im Klimaschutz

Der Klimaschutz ist mittlerweile zu einer festen Größe in Politik und Medienlandschaft herangewachsen. Allerdings werden hierbei fast ausschließlich die Sektoren Energieerzeugung und Verkehr berücksichtigt. Der enorme Flächenverbrauch und dessen Folgen für das Klima werden hingegen kaum thematisiert.

Dabei ist dieser Bereich nicht zu vernachlässigen. Mit „Flächenverbrauch“ wird die Umwandlung von Grün- und landwirtschaftlich genutzten Flächen in Wohn-, Industrie-, Verkehrsflächen bezeichnet. Laut Umweltbundesamt (UBA) wird in Deutschland täglich eine Fläche von  zirka 100 Hektar beziehungsweise etwa 100 Fußballfeldern bebaut, obwohl viele bereits versiegelte Flächen ungenutzt sind. Zwar ist die Tendenz abnehmend, aber nach wie vor auf einem zu hohen Niveau.

Hauptgründe für den hohen Flächenverbrauch sind unter anderem die zunehmende Zersiedlung und der damit einhergehende Mehrbedarf an Verkehrswegen wie Straßen und Schienen. Durch den Trend zu Einfamilienhäusern abseits der Stadtzentren steigt der Bedarf an Verkehrswegen. Diese Entwicklung steht Klimaschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel der Effizienzverbesserung beim spezifischen Kraftstoffverbrauch von Autos, entgegen.

Darüber hinaus beanspruchen die Deutschen immer mehr Wohnfläche je Einwohner. Die privaten Haushalte sind hinter Energiewirtschaft und Verkehr ohnehin die drittgrößten Verursacher energiebedingter CO2-Emissionen. Ein Grund ist die Tendenz zu immer mehr Singlehaushalten. Zwar hat es zwischen 1995 und 2005 Fortschritte beim Heizungsaufwand je Quadratmeter Wohnfläche gegeben, dennoch hat der Energieverbrauch privater Haushalte in diesem Zeitraum um 3,5 Prozent zugenommen. Die Effizienzsteigerungen wurden somit durch die größere Wohnfläche je Person und den Mehrbedarf an alleinstehenden Häusern gegenüber Reihenhäusern etc. überkompensiert.

Ein weiteres Problem, abseits von der Klimaproblematik, ist, dass der natürliche Lebensraum zahlreicher Tierarten immer weiter eingeengt wird. Dazu trägt die Zerschneidung weitgehend natürlicher Flächen durch Straßen in erheblichem Maße bei.

Oliver Hölzinger

1 Kommentar

  • Klimawandel und Flächenverbrauch:
    Es gibt einen Zusammenhang zwischen Photosynthese und der Erderwärmung.
    Bei der Photosynthese wird Sonnenenergie in Biomasse abgespeichert. Die so abgespeicherte Energie steht für Erwärmung der Atmosphäre nicht mehr zur Verfügung. Somit leistet die Photosynthese der Pflanzen einen Beitrag gegen die Erderwärmung. Zunehmender Flächenverbrauch führt zur Verdrängung der Photosynthese. Damit wird nicht nur weniger CO2 aus der Atmosphäre eliminiert. Auf Flächen ohne Bewuchs wird sämtliche Sonnenenergie als Wärme frei.
    Ich gehe davon aus, dass sich die Erderwärmungsproblematik aufgrund dieses Zusammenhangs weiter verschärfen wird, insbesondere im Sommer, denn das ist die Zeit, in der die Photosynthese am aktivsten ist. Besonders problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass auch viele regenerative Methoden der Energie-/Stromerzeugung mit einem erheblichen Flächenverbrauch einhergehen.
    Fazit:
    Ein Kausalzusammenhang zwischen Erderwärmung und zunehmendem Flächenverbrauch kann meines Erachtens aufgrund des Energieerhaltungssatzes als bewiesen angesehen werden. Der kausale Zusammenhang zwischen dem CO2-Gehalt der Atmosphäre und der Erderwärmung ist nach wie vor rein hypotetisch.
    Mit Photosynthese ist aber kein Geld zu verdienen, mit regenerativen Energien dagegen schon. Deshalb interessiert sich niemand für den Flächenverbrauch.

    Ich weiss zwar nicht, ob das hier jemand liesst, aber ich würde mich über Kommentare/Kritik freuen.