Emissionshandel im Luftverkehr ab 2012

Der Luftverkehr gehört zu den großen Umweltverschmutzern. Daher soll er nun in den Handel mit Emissionszertifikaten einbezogen werden, der bislang auf energieintensive Industriebranchen, wie Kraft- und Stahlwerke, angewandt wird. Das EU-Parlament hat der Richtlinie zur Einbeziehung des Luftverkehrs in das EU-Handelssystem für Emissionszertifikate zugestimmt. Im Vorfeld dieser Abstimmung hatten sich Vertreter des EU-Parlaments und des Ministerrats auf einen Kompromiss geeinigt. Hiernach sollen alle Fluggesellschaften, die in Europa starten und landen, ab 2012 in den Emissionshandel einbezogen werden.

Die Europäische Union hat hierzu eine Liste von fast 4.000 Airlines, Flugzeugbauern und Luftwaffen veröffentlicht, die in den Luftverkehrs-Emissionshandel einbezogen werden sollen. Zu den Betroffenen zählen zahlreiche große Airlines wie Lufthansa, Alitalia, US Airways oder Qantas, die Flugzeughersteller Airbus und Dassault, hunderte Betreiber von Privatflugzeugen, die US-Marine und die Luftwaffen von Israel und Russland.

Das Emissionshandelssystem basiert generell auf folgendem Prinzip: Die beteiligten Unternehmen erhalten Zertifikate, die zum Ausstoß einer genau festgelegten Menge an CO2 berechtigen. Werden die Ziele durch eigene Minderungsmaßnahmen erreicht, kann das Unternehmen nicht benötigte Zertifikate am Markt verkaufen.

85 Prozent der Emissionszertifikate werden kostenlos verteilt, 15 Prozent versteigert. Die Einnahmen aus der Auktion werden zur Bekämpfung des Klimawandels eingesetzt, zum Beispiel für die Forschung, die Entwicklung „sauberer“ Flugzeugmotoren, die Bekämpfung der Abholzung des Regenwalds in Entwicklungsländern, zur Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen, zur Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien sowie für die Entwicklung emissionsarmer Transportsysteme.

Nach der Verwaltungsmitgliedsstaatenliste der Europäischen Kommission trifft die Richtlinie in Deutschland auf 326 Luftfahrzeugbetreiber zu. Diesen mußten bereits für 2010 ihre jährlichen Emissionen und Transportdaten erfassen und der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) berichten. Grundlage hierfür sind die Monitoringkonzepte, die bis zum 20.10.2009 einzureichen waren und nun vom UBA geprüft und genehmigt werden.

Die DEHSt ist die zuständige nationale Behörde in Deutschland für die Umsetzung des europaweiten Emissionshandels für stationäre Anlagen ebenso wie für den Luftverkehr. Zu ihren Aufgaben gehören die Zuteilung und Ausgabe der Emissionsberechtigungen, die Prüfung der Emissionsberichte sowie die Führung des Emissionshandelsregisters.

Daniel Seemann

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