Einfach ein gutes Leben

Einfach ein gutes Leben

Vor ungefähr zehn Jahren schlich sich mit dem Begriff „Lohas“ ein neues Wort in unseren Sprachgebrauch ein. Lohas steht für „Lifestyles of Health and Sustainability“ und bezieht sich auf Lebensstile oder Konsumententypen, die durch ihr Konsumverhalten Gesundheit und Nachhaltigkeit fördern wollen. Bei meiner Recherche zu dem vorliegenden Artikel bin ich auf ein mir bis dato unbekanntes, mit dem Begriff „Lohas“ jedoch verwandtes Kürzel gestoßen: „Lovos“. Lovos ist eine Abkürzung für „Lifestyle of Voluntary Simplicity“ und bezeichnet einen Lebensstil, der durch Konsumverzicht, Selbstbestimmung und Selbstversorgung gekennzeichnet ist.

Auch wenn ich, um ehrlich zu sein, von derartigen Marketing-Bezeichnungen etwas genervt bin, beschreibt der Begriff „Lovos“ relativ gut die Lebensstile der Menschen, die Peter Plöger in seinem Buch „ Einfach ein gutes Leben – Aufbruch in eine neue Gesellschaft“ vorstellt.

Peter Plöger, freiberuflicher Autor und ehemals Vorstandsmitglied der „Vereinigung für Ökologische Ökonomie“ (VÖÖ), begleitet in seiner Lektüre Personen, die man gemeinhin als „Aussteiger“ bezeichnen könnte. Sie haben für sich entschieden, dem Materialismus (in Ansätzen) den Rücken zu kehren und sich stattdessen auf die Dinge zu konzentrieren, die sie glücklich machen. Denn „trotz der Erfolge der kapitalistischen Wirtschaft, die nicht von der Hand zu weisen sind, sind die Bürger, die mit ihr leben, frustriert. Mitten im Überfluss, so scheint es, sind wir von Unglück umgeben“, fasst der Autor seine Beobachtungen zusammen.

Im Mittelpunk der Bestrebungen nach einem „besseren Leben“ steht der Wunsch, sich autonom(er) versorgen zu können. Die Ursache für dieses Anliegen liegt unter anderem in einem Misstrauen gegenüber der Stabilität unseres immer komplexer werdenden Wirtschaftssystems, einer Aversion gegen die Wegwerfmentalität bei Lebensmitteln sowie der Ablehnung von Produkten mächtiger Konzerne. Die Bereiche der Selbstversorgung schließen, neben dem Anbau von Obst und Gemüse, zum Beispiel auch das Do-it-yourself Heimwerken, die Herstellung von Bekleidung und die Energieerzeugung mit ein. Dabei wird, so Plöger, die intrinsisch motivierte Arbeit als besonders befriedigend empfunden. Denn Selbstmotivation und Selbstbestimmung fördern die Kreativität und das Verantwortungsbewusstsein.

Der Trend, sich von der konsumorientierten Überflussgesellschaft abzuwenden, macht sich seit einigen Jahren immer mehr bemerkbar. Tauschringe und Nachbarschaftshilfen gewinnen wieder an Bedeutung und solidarische Landwirtschaften erfahren auch bei uns einen wachsenden Zulauf.

„Einfach ein gutes Leben“ richtet sich an alle, die sich danach sehnen, etwas Sinnvolles zu tun. Das Buch erschien 2011 im Carl Hanser Verlag und ist für 17,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

Corinna Lang

1 Kommentar

  • Vielen Dank für den interessanten Lesetipp. Habe gleich mal das Buch bestellt und bin gespannt. Da ich in der Solarbranche arbeite, wird gerade dort mittlerweile viel in Richtung Selbstversorgung/Eigenverbrauch diskutiert und Lösungen entwickelt. Danke!