Gärtnern für Faulpelze: ein Mal pflanzen – viele Jahre ernten

Meerkohl im Beet
Meerkohl kann nach dem Pflanzen viele Jahre beerntet werden. © Nadine Carolin Wahl

Es ist verlockend: man pflanzt ein einziges Mal und kann dann über Jahre hinweg ernten. Und nicht nur das – die Pflanze wird von Jahr zu Jahr sogar größer und bringt mehr Ertrag. Eine Utopie? Was für viele genau danach klingen mag, ist tatsächlich durchaus realistisch – wenn man die richtigen Pflanzen pflanzt.

Welche Pflanzen kommen in Frage?

Bei Obst ist es ganz einfach: es gibt Sträucher mit Johannisbeeren und Stachelbeeren, Bäume mit Äpfeln, Birnen und Zwetschgen und weiter am Boden Erdbeerpflanzen – alles davon mehrjährig. Was Gemüse angeht, sind die Möglichkeiten viel unbekannter. Doch es gibt auch hier eine große Vielzahl an mehrjährigen Pflanzen mit unterschiedlichsten Formen und Geschmäckern, die man alle nur ein Mal pflanzen muss, um sie lange zu beernten.

Haferwurz in der Hand
Haferwurz. © Nadine Carolin Wahl

Da wären zum Beispiel der Meerkohl und der Ewige Kohl, zwei ausdauernde Kohlsorten, die beide gekocht gegessen werden können, letzterer auch roh. Desweiteren findet man – unter der Erde – Zuckerwurz und Haferwurz, die ähnlich zubereitet werden können wie Möhren, oder auch den Topinambur, dem positive Auswirkungen auf die Verdauung nachgesagt werden.

Guter Heinrich wiederum ist im Endeffekt nichts anderes als ein mehrjähriger Spinat und kann dementsprechend im jungen Stadium roh im Salat landen oder gekocht wie man Spinat eben kennt.

Schlitzwegerich im Beet
Schlitzwegerich. © Nadine Carolin Wahl

Und während der Schlitzwegerich – im Gegensatz zum Spitzwegerich – zwar bei uns praktisch unbekannt ist, ist er in Italien durchaus verbreitet – als (je nach Standort) neutrale bis salzige Salatzutat oder auch gekocht.

Wo kann man solche Pflanzen beziehen?

Mehrjährige Gemüse- und Obstpflanzen zu beziehen, gestaltet sich teils ganz einfach, teils ist es aber auch eine Herausforderung. Während Beerensträucher und Erdbeerpflanzen etwa in vielen Gärtnereien und Gartencentern standardmäßig im Angebot sind, sind Exoten wie Guter Heinrich, Ewiger Kohl oder Schlitzwegerich selbst Gärtnern nicht unbedingt bekannt.

Internetrecherche für die konkreten Pflanzen hilft hier weiter, denn es gibt im deutschsprachigen Raum gleich mehrere Anbieter, die jeweils zumindest manche der Pflanzen anbieten. Auch der Blick in eine private Pflanzentauschbörse kann sich lohnen.

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Nadine Carolin Wahl schreibt als Freie Autorin über Selbstversorgung und alternative Lebensweisen. Sie ist Gründerin von „Wilde Kultur “ und lebt auf einem Bauernhof im Hochschwarzwald.