Earth Overshoot Day: Ab heute ist unser Umweltkonto im Minus

Der Overshoot Day eines Landes ist das Datum, an dem ein Land alle Ressourcen aufgebraucht hat, ihm nach dem Gebot der Nachhaltigkeit für das gesamte Jahr zur Verfügung stünden. Deutschland hat diesen Zeitpunkt in diesem Jahr bereits am 4. Mai erreicht. Nach den Berechnungen der Organisation „Global Footprint Network“ (overshootday.org) liegt Deutschland beim Umweltverzehr zwischen Saudi-Arabien und Frankreich, gleichauf mit Israel. Die Staaten gehören zu den rund 20 Nationen mit dem höchsten Umweltverbrauch pro Kopf. Wenn alle Menschen weltweit in diesem Maße Energie und Ressourcen konsumieren würden, bräuchten wir drei Erden, um diesen Verbrauch zu decken.

Gemessen am „Erdüberlastungstag“ ist der ökologische Fußabdruck in den letzten Jahren trotz steigendem Verständnis für das Thema Nachhaltigkeit leider nicht kleiner geworden. Das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) fordert daher erneut einen schnellen Schwenk Richtung Nachhaltigkeit und zeigt, was Einzelne hier und jetzt gegen den Raubbau an Ressourcen und Energie tun können.

Ungleiche Verteilung des Ressourcenverbrauchs

„Unsere Industriegesellschaft leistet sich trotz des hohen Umweltbewusstseins einen im Weltmaßstab rekordverdächtig hohen Umweltverbrauch“, so Dr. Guido Reinhardt, Vorstandsmitglied des ifeu in Heidelberg. Länder mit hohem Lebensstandard schaffen es bis heute nicht, nachhaltig zu wirtschaften. Dabei ist das Wissen um Ressourcenverbrauch und Klimawandel gerade in den hoch gebildeten, reichen Ländern groß. Doch im Moment der konkreten Einkaufsentscheidung fallen ein günstigerer Preis oder ein größeres Konsumversprechen oft schwerer ins Gewicht als Umwelt-Überzeugung.

„Auch wenn verändertes Denken nicht sofort zu einem neuen Handeln führt, liegt der Schlüssel zur Nachhaltigkeit weiter in der Umweltbildung und einem immer weiter steigenden Umweltbewusstsein“, ergänzt Reinhardt. „Mit der Zeit verändern die Menschen ihr Verhalten im Alltag – etwas indem sie weniger Fleisch essen oder weniger fliegen. Und sie sorgen dafür, dass Parteien und Regierungen ihre politische Agenda ändern.“

Nachhaltigkeit muss keine geringere Lebensqualität bedeuten

Es gibt sehr gute etablierte Praktiken für Nachhaltigkeit in großem Rahmen. Auf Umwelttechniken wie Kläranlagen oder Recycling als Teil einer Kreislaufwirtschaft beispielsweise will trotz der Kosten bei ihrer Einführung heute niemand mehr verzichten. Sie sind nicht nur gut, um Ressourcen zu sparen, sondern stellen auch sicher, dass wir uns in einer gesunden Umwelt bewegen.

Auch die Investitionen und die Umstellung auf erneuerbare Energie hat sich gelohnt. „Für die Verbraucherinnen und Verbraucher macht das keinen Unterschied, welcher Strom aus der Steckdose kommt. Und heute ist die Entwicklung so weit, dass Second-Hand-Rohstoffe und Energie aus Erneuerbaren oft einen Kostenvorteil haben“, so Reinhardt. Gleichzeitig plädiert er für einen sparsameren und bewussteren Umgang mit Ressourcen: „Die Glücksforschung zeigt, dass Lebensqualität sich nicht daran bemisst, wie viel Geld man beim Shoppen ausgeben kann oder wie viele Flugmeilen auf dem Konto stehen. Immer mehr Menschen finden für sich heraus, dass ein Weniger oder ein Anders ein Mehr an Lebensqualität bedeuten kann.“

10 Tipps um unsere „Overshoot Day“-Bilanz zu verbessern

Damit wir alle im Alltag etwas zur Ressourcenschonung beitragen kann, rät das ifeu:

  1. Reduzieren Sie den Verbrauch von Fleisch und Milchprodukten
  2. Kaufen Sie regional, saisonal und möglichst bio ein und vermeiden Sie Lebensmittelabfälle
  3. Kaufen Sie langlebige Textilien statt Fast Fashion
  4. Vermeiden Sie Retouren im Online-Handel, vor allem bei Kleidung und Elektrogeräten. Denn diese Retouren werden häufig entsorgt
  5. Kaufen Sie langlebige Konsumgüter und kaufen Sie secondhand
  6. Nutzen Sie erneuerbare Energien: Etwa mit einer Öko-Heizung, einer Solaranlage oder einer Beteiligung an einer regenerativen Bürgeranlage
  7. Fliegen Sie so wenig wie möglich
  8. Reduzieren Sie ihren Spritverbrauch durch Umstieg auf Fahrrad und Elektro-Mobilität oder ein kleineres Auto
  9. Achten Sie auf Energiesparen – vor allem beim Heizen
  10. Engagieren Sie sich in Politik und Öffentlichkeit für Klima- und Umweltschutz

Quellen:
https://www.ifeu.de/
https://www.overshootday.org/newsroom/country-overshoot-days/

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