Die Supertrees von Singapur

Singapur

Einst war der Inselstaat Singapur von dichtem Dschungel überzogen. Nur wenige malaiische Fischerfamilien besiedelten die Insel zwischen Malaysia und Indonesien. Auch Seeräubern bot das Eiland einen idealen Zufluchtsort. Heute ist der rund 700 Quadratkilometer große Inselstaat eines der dicht besiedeltsten Flecken unseres Erdballs, auf dem mehr als fünf Millionen Menschen leben. Entsprechend wenig Platz ist für die Natur geblieben, der einstige Dschungel ist der Bebauung des Menschen gewichen.

Um wieder mehr Grün auf die Insel zu bringen, hat sich Singapurs Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren einiges einfallen lassen. Eines der wohl spektakulärsten Projekte zur Stadtbegrünung steht kurz vor der Eröffnung – die „Gardens by the bay“. Im Juni dieses Jahres soll es soweit sein, erste Teile der imposanten Gartenanlage mit dem wohlklingenden Namen werden eröffnet und bieten gestressten Stadtmenschen einen ökologischen Naherholungspark. Doch nicht nur der Mensch soll von dem Begrünungsprojekt profitieren, die Umwelt natürlich auch und das bei einer so gewagten Verbindung von Hightech und Natur, dass einem beinahe der Atem stockt.

Gewaltige 25 bis 50 Meter hohe „Bäume“ recken sich aus der aufgeschütteten Meeresbucht im Stadtviertel South Bay gen Himmel. Auf dem 100 Hektar großen Areal sind sie ein echter Hingucker. Die Gebilde mit pinkfarbenen Stahlästen dienen als vertikale Gärten, an denen tropische Pflanzen einen Platz zum wachsen finden. Ganz nebenbei speichern die Supertrees noch Regenwasser und Sonnenenergie, die zur Stromversorgung des Parks genutzt wird. Tagsüber spenden die Giganten Schutz vor der gleißenden Sonne, nachts sollen sie als Projektionsfläche dienen und die Besucher mit Lichtshows entzücken. Unter den Hightechbäumen aus Stahl, Beton und Bewuchs bleibt genügend Platz für herrliche Gärten und riesige Gewächshäuser. Von den Tropen über Gebirge bis hin zur Wüste spiegeln sie die unterschiedlichsten Klimazonen wieder. In ihnen findet der Gast Pflanzen und Gewächse aus aller Herrenländer und genießt durch die riesigen Glasfronten zudem einen überwältigenden Blick auf die Skyline Singapurs. Ein besonderes Schmankerl wartet auf der 128 Meter langen Brücke, die zwischen zwei der gewaltigen Baumkonstrukte montiert wurde. Nicht nur der Park kann so überblickt werden, sondern auch das Marina Bay Sands Resort mit ihrer sehenswerten Architektur und die Singapore Straits Bucht.

Judith Schomaker

2 Bemerkungen

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    mein Sohn hat vor Jahren in Singapur gearbeitet und war begeistert vom Flair der Stadt. Und jetzt, mit dieser Be-
    grünung, könnte es eine Business-Oase sein.
    Nur haben wir mit riesigem Entsetzen gehört, daß es in Ihrer Stadt exclusive Restaurants gibt, in welchen gehirn-
    kranke Menschen lebenden Affen am Tisch den Schädel einschlagen und das Gehirn auslöffeln. !!?? Wie krank muß der Mensch sein, der so etwas tut?? Und wie krank die Gesellschaft, die so etwas zuläßt? Wo bleibt da die Menschlichkeit? Wir sind so traurig.

  • @Razia Frank, allein in einem Geflügelschlachhof im Niedersächsischen Wietze werden im Jahr über 130 Millionen Masthühner geschlachtet, die unter absolut unwürdigen Bedingungen zur Schlachtreife gepresst werden. Wie Krank muss eine Gesellschaft sein, die das toleriert? Essen Sie Geflügel?
    Das soll das barbarische Verhalten mancher Menschen in Singapur nicht rechtfertigen, damit möchte ich nur sagen, dass es Tierquälerei im Namen des Konsums und Luxus auf der ganzen Welt gibt. Auch bei uns. Und wenn wir uns über so etwas aufregen, müssen wir auch bereit sein, etwas dagegen zu tun und wo wäre es einfacher als vor der eigenen Haustür.

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