Die Stadt von morgen (mit)gestalten

Jeder kann helfen, seine Stadt mitzugestalten

Nicht nur unsere Städte verändern sich. Auch unsere eigenen persönlichen Ansprüche und und Lebensweisen sind in einem stetigen Wandel. Der Bürger von heute möchte die Gestaltung seiner Stadt mitbestimmen. Eine Möglichkeit hierfür bietet der Orange Social Design Award.

Mehr als 200 Ideen aus Deutschland und der ganzen Welt wurden zu dem diesjährigen Wettbewerb eingereicht. Ob ein kurzes Basketball-Spiel an Mülleimern, ein Gewächshaus, das von der U-Bahn beheizt wird, oder bunte Sitzbänke, die zum Mitfahren einladen – die Ideen sind vielfältig und der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Einzige Bedingung: Die Vorschläge müssen reproduzierbar sein, sodass sie einfach und schnell in möglichst vielen Städten umgesetzt werden können. Vergeben werden ein Jury-Preis sowie ein Publikums-Preis im Wert von jeweils 2.500 Euro. Die zehn besten Ideen wurden bereits auf einer Shortlist auf der Homepage des Veranstalters SPIEGEL ONLINE bekannt gegeben. Am 27. Oktober werden dann die Gewinner verkündet.

Welche Ideen haben es nun unter die zehn besten geschafft?
Ebenso simpel wie einfallsreich: Die Idee „Team Play“. Hierbei wird mit Kreide oder auch fest haftender Farbe ein Basketballfeld um den Mülleimer herum aufgezeichnet. Nun ist es an den Bürgern, das Spiel zu starten und mit ihrem Müll einen Treffer im „Korb“ zu landen. Eine andere Idee reichte Kaushik aus Indien ein. Er entwarf schnell aufzubauende, kleine Hütten, die eine kostengünstige Alternative zu den behelfsmäßigen Hütten aus Kokospalmen und Plastiktüten darstellen. Die hierin lebenden Arbeitsmigranten in Bangalore sollen dadurch nicht nur ein festes Dach über dem Kopf und eine stabile Unterkunft erhalten. Darüber hinaus versorgt die Hütte mit Hilfe von Solarpaneelen ihre Bewohner mit Strom.

Aber auch das Thema Mobilität kommt nicht zu kurz: Sind für die jüngeren Generationen Plattformen wie blablacar oder mitfahrgelegenheit.de nicht mehr wegzudenken, so tun sich gerade ältere Menschen ohne Smartphones oder direktem Zugang zum Internet schwer mit diesen Entwicklungen. Die „Mitfahrerbank“ schließt diese Lücke. Sie bildet den Treffpunkt für Bürger, die zu Fuß unterwegs sind, und Autofahrer, die einen kostenlosen Platz in ihrem Wagen zur Verfügung stellen. Der Vorschlag sieht eine farblich besonders gekennzeichnete Bank an einer verkehrsgünstig gelegenen und gefahrlos anfahrbaren Straße vor.

Um Ideen zur Gestaltung der Stadt schließlich auch außerhalb von Wettbewerben wie dem Orange Social Design Award voranzutreiben, haben DesignerInnen und Studierende der Hochschule Hamburg eine öffentliche Gestaltungsberatung entworfen. Die wöchentliche Sprechstunde im Stadtteil St. Pauli ist für jeden offen, der sein Umfeld aktiv gestalten möchte. Die Berater suchen dabei zusammen mit den Bewohnern nach machbaren Lösungen, um das Wohn- und Lebensumfeld aufzuwerten.

Der Wettbewerb kommt dabei einer immer häufiger gestellten Frage nach: „Wem gehört die Stadt? Und wie kann der Bewohner sie mitgestalten?“ Bürger emanzipieren sich dabei immer stärker zu einer ihre Umwelt selbstgestaltenden Gruppe. Gemeinschaftsprojekte im urbanen Kontext sind von Berlin bis München zu finden: Das Urban Farming, also das Pflegen gemeinsamer Gartenflächen und Anbauen von Gemüse und Obst in Städten, war eines der ersten. Der Orange Social Design Award greift genau solche Ideen auf und regt damit die Kreativität und Freude am Mitgestalten der eigenen Stadt an. 

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