Die Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums

Die Zertifikate des europäischen Emissionshandelssystems werden zum größten Teil von den teilnehmenden Ländern frei vergeben. Ein geringer Anteil der Zertifikate wird dem Markt jedoch durch Versteigerungen zur Verfügung gestellt. In Deutschland wurden 2008 so Erlöse in Höhe von 400 Millionen Euro erzielt. In diesem Jahr betragen die Erlöse sogar 460 Millionen Euro.

Die Erlöse werden für die so genannte Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) verwendet. Diese Initiative hat das Ziel, kostengünstige Potenziale zur Verminderung von Treibhausgasemissionen zu erschließen und Modellprojekte für den Klimaschutz durchzuführen.

Wichtige Schwerpunkte dieser Projekte sind die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Die Projekte werden im Inland als nationale Klimaschutzinitiative sowie in Entwicklungs- und Schwellenländern als internationale Klimaschutzinitiative durchgeführt. Bei letzterem stehen auch Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sowie zum Schutz klimarelevanter Biodiversität im Vordergrund.

Ein Beispiel für die nationale Klimaschutzinitiative ist die Durchführung von Projekten im kommunalen Klimaschutz. So wurde beispielsweise in der Stadt Haren die Straßenbeleuchtung erneuert. Neben dem Austausch von alten Lampen durch energiesparende, neue Lampen, wurde auch das bisherige, aus mehreren Einzelsystemen bestehende Beleuchtungssystem, durch ein einheitliches System ersetzt. Durch den verminderten Stromverbrauch und den daraus resultierenden verminderten Emissionen wird das Beleuchtungssystem günstiger und klimafreundlicher. Der Aufwand des Projektes amortisiert sich nach etwa acht Jahren.

Ein Beispiel für die internationale Klimaschutzinitiative ist das Projekt Solarchill. Im Rahmen dieses Projektes soll ein solarbetriebener Kühlschrank entwickelt werden, der in ländlichen afrikanischen Gebieten ohne Stromversorgung für die Aufbewahrung von Impfstoffen und Lebensmitteln genutzt werden kann. Durch die Ablösung von diesel- und kerosinbetriebenen Generatoren durch Solarenergie trägt dieses Projekt zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei. Das Projekt wurde bereits vor einigen Jahren vom United Nations Environment Programme, der World Health Organization und Greenpeace International diskutiert, jedoch nicht umgesetzt. Es ist geplant, dass das Projekt von der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) bis Ende 2010 durchgeführt wird.

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