Der Blaue Engel – Gütesiegel der Extraklasse

Für den Endverbraucher ist es oft schwierig, die Nachhaltigkeit eines Produktes zu beurteilen. Der Blaue Engel bietet hier eine Hilfestellung. Produkte (Lebensmittel ausgeschlossen) und Dienstleistungen mit Blauem Engel können aus verschiedenen Gründen mit dem Logo ausgezeichnet sein: Sie schützen im Vergleich zu anderen Produkten das Klima, das Wasser, die immer knapper werdenden Ressourcen oder wurden auf ihre Sicherheit und gesundheitliche Unbedenklichkeit hin überprüft.

Vergeben wird das Logo durch das RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V., wodurch es an Glaubwürdigkeit gewinnt. Des Weiteren sind Vertreter aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Industrie, Kirchen und den einzelnen Bundesländern an der Vergabe des Umweltzeichens beteiligt. Die Produkte, die den Blauen Engel bekommen können, sind sehr divers und die Kriterien, die erfüllt werden müssen, anspruchsvoll.

Der Blaue Engel wurde 1978 vom Umweltministerium geschaffen und sieht seine Aufgabe als Instrument der Umweltpolitik darin, die positiven Eigenschaften der Produkte, die den Engel tragen, zu kennzeichnen. Damit trägt der Blaue Engel zu einer Umstrukturierung in der Wirtschaft, hin zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, bei. Er genießt bei 80 Prozent der Käufer Markenbekanntheit und wird zu 33 Prozent beim Einkauf auch beachtet. Für die ökologisch sinnvollere Kaufentscheidung sind 66 Prozent der Käufer bereit mehr Geld zu zahlen. Heute gibt es bereits knapp 10.000 Produkte und Dienstleistungen und 960 Lizenznehmer, die sich für das Logo entschieden haben. Denn dieses wirkt sich positiv auf die Kaufentscheidung vieler umweltbewusster Kunden aus.

Hygienepapier, salzfreie, abstumpfende Streumittel, Matratzen, Drucker oder Gasherde – sie alle können das Logo bekommen. Die Produkte, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind, haben zum Beispiel einen möglichst geringen Energieverbrauch, sind langlebig und recyclinggerecht. Außerdem wurden bei ihrer Herstellung umweltbelastende Materialien vermieden.

Leider gerät das Siegel – im momentanen Kennzeichnungswahn- mehr und mehr in Vergessenheit, da es einfach zu viele Siegel, Zeichen, Zertifikate gibt. Es müssten mehr Produkte mit dem Blauen Engel gekennzeichnet werden, die man sich täglich oder regelmäßig besorgt, um den blauen Engel wieder in den Vordergrund zu bringen und auf seine Bedeutung und Wichtigkeit hinzuweisen. So könnte man zum Beispiel auch die Kennzeichnung von Lebensmitteln einführen, um die ökologische Herstellung oder den Fair Trade-Charakter eines Produktes hervorzuheben. So könnte dem blauen Engel mehr Präsents in den Regalen der Kaufhäuser verliehen werden.

Felicitas Wagner

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