IBA Dock – das schwimmende Klimahaus

Mitten in der Hamburger Hafenmetropole, gegenüber dem Auswanderermuseum, entsteht ein Vorreiterprojekt für klimaneutrales Bauen am und auf dem Wasser. Ziel des ehrgeizigen Vorhabens ist es, das Entwicklungspotenzial benachteiligter Hamburger Stadtteile wie Wilhelmsburg und Veddel architektonisch anspruchsvoll und ökologisch nachhaltig auszuschöpfen. Die Elbinsel, die von Industrie, Autobahn und Häfen geprägt ist, soll attraktiver gestaltet werden, um sich als Weltstadt am Wasser behaupten zu können. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf ökologischer, nachhaltiger Bauweise, die einen ganzen Stadtteil umwandeln und mit neuem kulturellem und soziologischem Leben füllen soll.

Eines der größten Städtebauprojekte in der Hansestadt wird durch vielfältige Einzelprojekte der Internationalen Bauausstellung (IBA) realisieren und bleibt somit nicht mehr nur eine Vision für die CO2 neutrale Stadtentwicklung. Das gesamte Gelände südlich der Elbe, welches im Visier des Projekts unter klimatechnischen Aspekten urbanisiert werden soll, umfasst rund 26,5 Quadratkilometer. Zu den Hauptprojekten, die bis zum Jahr 2013 realisiert werden sollen, zählen Ideen zur Umgestaltung der Wilhelmsburger Mitte und für das südliche Reiherstieg Viertel, für eine „Tor zur Welt“-Schule. Ebenso soll das Gebiet am Müggenburger Zollhafen mit Ballin Stadt und der Internationalen Jugendherberge, sowie die Harburger Schlossinsel und der Binnenhafen von den Umgestaltungen profitieren.

Herzstück und Wahrzeichen für eine kosteneffiziente Umsetzung des Plans soll das schwimmende Ausstellungs- und Bürogebäude der IBA, das IBA Dock werden, das als zentrale Anlaufstelle für alle Besucher und deren Anliegen zur Verfügung stehen wird. Ganz zentral, am Nordufer des Müggenburger Zollhafens, wurde die Ankunft der schwimmenden Plattform für das Gebäude bereits Ende September gebührend gefeiert. Bis zum Jahresende werden auf dem 1.075 Quadratmeter großen Ponton, der als „Baugrund“ auf dem Wasser dient, die entsprechenden Aufbauten fertig gestellt sein. Geplanter Umzugstermin für die IBA Hamburg GmbH in ihre neuen Räumlichkeiten soll Anfang 2010 sein, im Mai desselben Jahres wird dann die IBA-Ausstellung den Auftakt zur Zwischenpräsentation der Internationalen Bauausstellung geben und der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Das gesamte Gebäude ist ein imposantes Energiekonzept, dass eindrucksvoll zeigt, wie und in welchem Umfang sich der Mensch die Umweltenergie bereits zunutze machen kann. In Modulbauweise aus Stahl, verbunden mit modernsten Bau- und Energiespar-Technologien, nutzt das IBA Dock sowohl Sonnenkraft, als auch Elbwasser zur Energiegewinnung. Eine Sole/Wasser-Wärmepumpe bezieht beispielsweise ihre Energie aus im Pontonboden eingebrachten Wärmeaustauschern und Solarthermie-Kollektoren – der dafür notwendige Strom wird von Photovoltaikmodulen auf dem Dach des IBA Gebäudes gewonnen. Gerade im Solaren Zeitalter ein wichtiges Vorbild für nachhaltiges und kosteneffektives Bauen.

Eine Übersicht der umfangreichen IBA Projekte gibt es unter www.iba-hamburg.de, denn das IBA Dock ist nur ein Teil des groß angelegten Unterfangens.

Judith Schomaker

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