Das Klima aufs Spiel setzen

Endlich einmal selbst entscheiden, welche Maßnahmen zum Schutz des Klimas getroffen werden sollen? Die endlosen Diskussionen um das Erneuerbare-Energie-Gesetz beenden? Die Wirtschaft in den Entwicklungsländern ankurbeln? Das ist nun möglich: mit dem Brettspiel „Keep Cool„. Das Spiel ist vor kurzem mit Hilfe von Crowdfunding in einer Neuauflage beim Verlag Spieltrieb erschienen. 

Das zweisprachige Brettspiel (deutsch/englisch) lädt Spieler ab zwölf Jahren ein, sich einmal selbst am Klimaschutz zu probieren. So müssen wirtschaftliche Interessen der Industrie, aber auch der Entwicklungsländer durchgesetzt werden. Politische und Lobby-Gruppen wie Umweltverbände oder die Ölindustrie können über Sieg oder Niederlage bestimmen. In jedem Spielzug gilt es, zwischen gemeinschaftlichem Klimaschutz und egoistischem Handeln abzuwägen. Die Chancen sind Wohlstand und ein stabiles Weltklima. Jedoch drohen auch Katastrophen wie Dürren, Hochwasser und Krankheiten. Wer zuerst sein Ziel erreicht, gewinnt. Geht man aber zu rücksichtslos vor, verlieren alle – der Klimawandel schreitet ungehindert voran.

Entwickelt wurde das Spiel ursprünglich bereits 2004 von der Universität Oldenburg und dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Jugendliche und Erwachsene können wissenschaftliche Zusammenhänge und politische Hintergründe sowie deren Interdependenz durch das Gesellschaftsspiel spielerisch erlernen. „Keep cool“ reduziert die komplexen Themen Klima, Klimawandel und Klimaschutz auf ihre wesentlichen Aspekte. Auf diese Weise können die Spieler Probleme von globaler Tragweite in einfacher Form analysieren. Das Spiel stellt nicht nur den Spieler vor spannende Fragen, sondern soll auch der Wissenschaft neue Problemstellungen liefern, die aus der Interaktion mit der Gesellschaft resultieren, die durch das Spiel entsteht. 

Bei Keep Cool übernehmen die drei bis sechs Spieler – oder Spielgruppen – die Rollen von Ländergruppen in der Welt, wobei jede Gruppe ein wirtschaftliches und ein politisches Ziel verfolgt. Die ökonomischen Interessen sind allen bekannt, die politischen hingegen bleiben, wie auch oft in der Realität, geheim und können von subjektiven Zielsetzungen, Interessen oder Idealen geprägt und dadurch sehr unterschiedlich sein. Welche Strategien die Spieler verfolgen, bleibt weitgehend ihnen überlassen, das Spiel gibt keinen optimalen Weg vor. In jedem Fall müssen die Teilnehmer aber die Veränderung des Klimas im Auge behalten – denn kein wirtschaftliches oder politisches Ziel ist mehr etwas wert, wenn der Klimawandel aus den Fugen gerät. Auch online kann inzwischen gespielt werden.

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Das Spiel füllt thematisch und strategisch eine Lücke in den bisherigen Umweltbildungsangeboten. So wird es inzwischen in Schulen und Umweltbildungseinrichtungen eingesetzt, bringt aber auch am heimischen Küchentisch der ganzen Familie den Klimaschutz und seine Schwierigkeiten auf spielerische Weise näher. Hat man erstmal den Einstieg in das Spiel gefunden, so lässt sich mit Spaß ein engagierter, kreativer und fundierter Umgang mit dem Klimawandel erlernen. Als hilfreich erweist sich hierbei auch das Begleitheft zum Spiel, das die wissenschaftliche Seite des Klimawandels erläutert.

Das Spiel macht Freude und erweitert das Wissen des Spielers. Gleichzeitig ist es durch seine interaktive Konzeption besonders innovativ: Es soll von den Spielern zu den Entwicklern rückwirken und in der Realität selbst neue wissenschaftliche Fragen – und eventuell Antworten – anregen.

 

 

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