Das Einsparkraftwerk

Einsparkraftwerk; Bild: shutterstock

In Graz ist seit Ende 2011 ein sogenanntes „Einsparkraftwerk“ in Betrieb. Gestartet wurde das Projekt von Rainer Maichin als Privatperson. Das Prinzip des Einsparkraftwerks ist denkbar einfach: Energie soll „erzeugt“ werden, indem mithilfe verbesserter Technologien der Energieverbrauch gesenkt wird.

Das ganze klingt zunächst etwas verwirrend und wer sich auf die Suche nach Schornsteinen, Kühltürmen oder Umspannstationen begibt, wird nicht fündig werden. Denn das Einsparkraftwerk ist eher symbolisch zu verstehen, deswegen aber nicht weniger effizient als ein „echtes“ Kraftwerk. Im Grunde handelt es sich um eine besonders originelle Stromsparinitiative. Projektinitiator Maichin erklärt seine Idee folgendermaßen: Er kommt zu den Interessenten nach Hause und ermittelt für sie sämtliche Energieeinsparmöglichkeiten. Diese werden dokumentiert, um dann darüber zu entscheiden, was umgesetzt werden soll. Die Summe der Energieeinsparungen, die sich aus den Maßnahmen ergibt, „fließt“ als Energie in das „Einsparkraftwerk“.

Auf seiner Website benennt Maichin die drei „Brennstoffe“, mit denen sein Kraftwerk betrieben wird: Bewusstsein, Energieeffizienz und Hausverstand. Mit dem Einsparkraftwerk sinke der Stromverbrauch, würden Atomkraftwerke überflüssig, bleibe das Kapital beim Bürger und sei die Zukunft gesichert. Das Projekt läuft seit Weihnachten und die eingesparte elektrische Energie (inklusive Netzverluste) bei acht Projektteilnehmern beläuft sich für 2011 auf 2.295 Kilowattstunden. Im Januar wurden 1.276 Kilowattstunden eingespart. Insgesamt rechnet Maichin bei inzwischen zwölf Projektteilnehmern mit 5.274 Kilowattstunden Energieeinsparung für das Gesamtjahr 2012.

Rainer Maichin, der sich auf Energiesparprodukte und Beratung spezialisiert hat, gewann bereits mit seinem Projekt „Stromanalyse“ den Energy Globe Styria Award 2011 in der Kategorie „Air“. Dabei hatte er im Selbstversuch den Stromverbrauch eines Vier-Personen-Privathaushaltes seit 1998 analysiert und aufwendig dokumentiert. Gleichzeitig senkte er durch Optimierungsmaßnahmen und Änderung des Nutzerverhaltens den Stromverbrauch auf unter 1.900 Kilowattstunden pro Jahr. Maichin setzt dabei auch auf öffentliche Bewusstseinsbildung und macht darauf aufmerksam, dass insbesondere sozial schwache Haushalte von einem Umdenken profitieren könnten.

Josephin Lehnert

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