CO2-Fußabdruck ausgleichen

Das Bewusstsein dafür, dass der Klimawandel fatale Folgen mit sich bringt, wächst. Katastrophen-Nachrichten zu Hochwasser und Waldbränden zeigen, dass auch wir im vermeintlich sicheren Mitteleuropa direkt betroffen sind. Immer mehr Menschen haben Interesse daran, ihren CO2-Footprint zu verringern. Wir haben schon mehrere Rechner zu diesem Thema vorgestellt. Auch die Plattform TeamClimate ermöglicht es, den persönlichen CO2-Ausstoß zu berechnen oder sogar auszugleichen. Wir sprachen mit Karim Abdel-Baky, einem der Gründer (Foto vorne Mitte).

Glauben Sie, dass das EU-Ziel bis 2050 klimaneutral werden realistisch ist und ausreicht, um einen Kollaps aufzuhalten?

Die verheerenden Ereignisse der letzten Monate haben tatsächlich einige dazu gebracht, beim Thema ‘Klimakrise’ hellhörig zu werden. Menschen rund um die Erde kämpfen seit Jahrzehnten mit den Folgen dieser Krise – Dürre, steigende Meeresspiegel, Lebensmittelknappheit und Überschwemmungen sind nur einige der tragischen Folgen, die gezeigt haben, dass Natur und Klima keine Grenzen kennen.

Doch es gibt Hoffnung. Es ist noch nicht zu spät, um zukünftigen Generationen eine Erde zu hinterlassen, wie wir sie kennen. Ich denke, dass wir durch neuartige Technologien, Verhaltensänderungen und strukturellen Wandel die Ziele des Pariser Klimaabkommens und die Vorsätze der EU erreichen können. Aber dafür braucht es vor allem eines: eine Menschheit, die an einem Strang zieht.

Was können wir als Privatpersonen beitragen, um den Klimawandel aufzuhalten?

Um als Privatperson einen Beitrag gegen die Klimakrise zu leisten, würde ich empfehlen, die eigene Stimme zu nutzen und Stellschrauben im Alltag zu drehen. Ersteres könnte sich dadurch äußern, Freund:innen und Bekanntenkreise aufzuklären und/oder Parteien zu wählen, welche ambitionierte Klimaziele verfolgen. Unter Stellschrauben verstehe ich Aspekte im Lebensstil, welche man recht einfach anpassen kann, aber dennoch einen großen Unterschied für unser Klima machen. Wo genau man diese Schrauben dreht, hängt natürlich von der Person ab. Öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzen, zu einem Ökostromanbieter wechseln, die Ernährung so gut wie möglich pflanzlich gestalten, nachhaltige Unternehmen unterstützen, klimaneutral leben – all das sind Schritte, die viel bewirken können. Über unserere Plattform TeamClimate können Mitglieder beispielsweise drei von den United Nations zertifizierte Klimaschutzprojekte unterstützen, um die persönlichen Emissionen auszugleichen

Kann die Unterstützung von Klimaschutzprojekten ausgleichen, was große Firmen und Politik anrichten?

Ja und Nein. Das Ziel der Klimaschutzprojekte, die wir mit TeamClimate unterstützen, ist nicht, unverantwortliches Handeln von Großkonzernen auszubügeln. Eine nachhaltige Wirtschaftsform muss das Ziel dieser Unternehmen sein. Es reicht nicht, in Klimaschutzprojekte zu investieren, während man weiter wie zuvor wirtschaftet.

Dennoch ermöglichen unsere Projekte strukturellen Wandel. So schaffen wir beispielsweise eine langfristige Veränderung in Indien, wo wir Kohlekraftwerke durch erneuerbare Windenergie ersetzen. Wir sind Teil der Energiewende, was wiederum kleinen, lokalen Unternehmen die Möglichkeit gibt, nachhaltiger zu arbeiten und nicht mehr auf Kohlestrom angewiesen zu sein. Wir sehen uns also als Teil der Lösung, aber weit davor müssen Konzerne Emissionen reduzieren und im Rahmen der Ressourcen wirtschaften.

Wie kamen Sie auf die Idee TeamClimate zu gründen?

Die Idee, TeamClimate zu gründen, entstand bereits vor vielen Jahren. Seit unserem letzten Schuljahr waren wir begeistert davon, ein Start-Up zu gründen, welches Menschen hilft, unsere Erde zu einem besseren Ort zu machen. Die Idee entstand damals im Schulunterricht, als wir das Thema Klimakrise besprochen haben. Von diesem Moment an haben wir mit Freund:innen und Familie unzählige Gespräche geführt, um herauszufinden, ob Interesse an unserer Idee besteht. Wir haben akribisch an unserem Konzept gearbeitet und dann nur noch auf unseren 18. Geburtstag gewartet, um unser Start-Up zu gründen. Mittlerweile liegt die Gründung 6 Jahre zurück.

Was ist der Vorteil der Mitglieder über TeamClimate Projekte zu unterstützen? Finanziert sich das Unternehmen aus den Mitgliedsbeiträgen?

Als Social Start-Up mit nachhaltigen Kernzweck besteht unsere Mission darin, einen wahren Unterschied gegen die Klimakrise zu machen. Dies ermöglicht ein niedriger Deckungsbeitrag aus den Beiträgen unserer Nutzer:innen. Von Monitoring der Projekte bis hin zur Entwicklung unserer Plattform, all das sind Aktivitäten, die am Ende klimaneutrale Leben ermöglichen.

Ein Großteil unseres Handelns wird aber durch unser B2B Geschäft abgedeckt. Hier verhelfen wir Unternehmen, welche Bereitschaft zur Reduktion von Emissionen haben, zur Klimaneutralität.

Im Vergleich zu einer direkten Spende werden Nutzer:innen monatlich begleitet, können ihre geschaffene Veränderung live mitverfolgen und bekommen neben einer Kompensation ihres exakten Fußabdrucks auch individuelle Tipps für die Reduktion von Emissionen.

Bildmaterial: TeamClimate

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