Carbon Disclosure Project City Report

Peking; Foto: shutterstock

Das Carbon Disclosure Project (CDP) hat eine neue Studie „CDP Cities 2011. Global Report on C40 Cities“ veröffentlicht, in der die Auswirkungen des Klimawandels auf die großen Weltmetropolen untersucht und aufgezeigt werden. Dazu hat das CDP in Zusammenarbeit mit dem C40 Daten zu den größten Städten der Welt gesammelt und ausgewertet.

Das CDP ist eine Initiative, die sich für mehr Transparenz bei den CO2-Emissionen von Unternehmen einsetzt und bisher alljährlich ein Emissionsregister zu unternehmensbezogenen CO2-Emissionen veröffentlicht. Investoren fordern dabei weltweit Unternehmen auf, ihre CO2-Emissionen und Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels auf freiwilliger Basis anhand von Fragebögen offen zu legen. Erstmals wurden in diesem Jahr nun die CO2-Bilanzen der Weltmetropolen in Augenschein genommen.

C40 ist ein Zusammenschluss der 58 größten Metropolen der Welt, die sich verpflichtet haben, gegen den Klimawandel vorzugehen. Die Metropolen und Mega-Cities gehören zu den größten Verursachern von Treibhausgasen. Die C40-Städte sind dem Bericht zufolge für THG-Emissionen von insgesamt 1,203 Millionen Tonnen CO2-Äquivanelt verantwortlich, das entspricht den Gesamtemissionen Japans. Jede zweite Stadt gibt zu bekenne, die Auswirkungen der Erderwärmung bereits zu spüren.

Verstädterung ist ein Phänomen und zunehmendes Problem der heutigen Zeit. Mitte des vorigen Jahrhunderts lebten etwa 30 Prozent des Weltbevölkerung in Städten, zur Jahrtausendwende waren es fast 50 Prozent. Inzwischen leben mehr Menschen in Städten als außerhalb. Die größte Stadt der Welt derzeit ist Tokyo, in der Metropolregion leben über 30 Millionen Menschen. Im Ballungsraum Mexiko-Stadt leben inzwischen fast 20 Millionen Einwohner. Zum Vergleich: in der Metropolregion Berlin-Brandenburg tummeln sich knapp sechs Millionen Menschen.

Die Ballungsräume sind wahre Herde von Emissionen. In Peking droht ein Kollaps des Verkehrssystems – 2010 waren bereits 4,8 Millionen Autos zugelassen, und es kommen immer neue hinzu. Die Abfallberge in Mexiko-Stadt wachsen täglich um unvorstellbare 20.000 Tonnen an. Luftverschmutzung und hohe Ozonwerte gefährden die Gesundheit vieler Großstädter.

Unter den C40-Städten, die an der Befragung teilgenommen haben, liegt Tokyo mit Gesamtemissionen von 659 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent klar an der Spitze. Hohe Emissionswerte haben zudem Seoul (50,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent), New York (49,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent), London (45 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent), Bangkok (42,75 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent) und Hongkong (42 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent).

Über 90 Prozent der Städte sehen sich als eine Gefahr in Bezug auf den Klimawandel und wollen sich ihrer Verantwortlichkeit stellen. Die wichtigsten Effekte, an denen sich der Klimawandel schon jetzt bemerkbar macht sind Temperaturanstiege und Hitzewellen, häufigere und intensivere Regenfälle, der Anstieg des Meeresspiegels (für Küstenstädte), Stürme und Überflutungen sowie Dürren. Das hat Auswirkungen nicht nur auf die menschliche Gesundheit, sondern auch auf die Wasser- und Energieversorgung sowie -bereitstellung, den Gebäudebereich und das Transportwesen.

62 Prozent der C40-Städte haben einen Klimawandel-Aktionsplan ins Leben gerufen und 57 Prozent haben spezifische THG-Reduktionsziele formuliert. So plant Seoul die Sanierung von 10.000 Gebäuden bis 2030, London die Einführung von 100.000 Elektrofahrzeugen bis 2020. Yokohama hat ein Smart City Project gestartet und will bis 2014 rund 2.000 Elektrofahrzeuge einführen sowie ein Gebäudeenergie-Managementsystem für 4.000 Haushalte. Viele Städte haben Monitoringprogramme aufgelegt zur Messung von CO2-Emissionen und wollen sich künftig für ein aktives Datenmanagement einsetzen. Ohne weitreichende Gegenmaßnahmen und Handlungsstrategien werden viele Megastädte schon bald nicht nur unter der Last ihrer Einwohner sondern auch unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben.

Josephin Lehnert

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