Bio aus dem Online-Shop

Bio-Äpfel
Bio-Äpfel

Heutzutage kann man online fast alles bestellen, von Büchern über Technik bis hin zu Medikamenten. Selbst Lebensmittel sind mittlerweile in der digitalen Welt angekommen – auch wenn die Deutschen diesen Trend noch nicht so richtig angenommen zu haben scheinen. So berief sich Die Welt im Sommer 2015 auf eine GFK-Studie, der zufolge 98,8 der Deutschen ihre Lebensmittel immer noch im traditionellen Einzelhandel einkaufen. Doch solle sich dies laut der GFK in den nächsten zehn Jahren ändern. Nun haben sich auch Forscher der Uni Hohenheim unter anderem mit dem Thema auseinandergesetzt und eine Fallstudie unter überzeugten Bio-Käufern in Berlin durchgeführt. Das Ergebnis: Vor allem Bio-Stammkunden mit Kindern können sich zunehmend vorstellen, den Bio-Einkauf im Online-Shop zu tätigen.

Online Bestellungen
Wie viele der Bio-Konsumenten wären bereit ihre Bio-Produkte online zu kaufen? © Universität Hohenheim

Für diese Studie wurden 511 zufällig ausgewählte Personen ab 14 Jahren aus Berliner Haushalten zu ihrem Konsum- und Einkaufsverhalten bei Biolebensmitteln befragt. Dabei gaben 82 Prozent der Befragten an, Biolebensmittel zu kaufen. Insgesamt 37 Prozent der Bio-Konsumenten mit Kindern könnten sich vorstellen, Lebensmittel online zu bestellen – gut 20 Prozent tun es bereits. Etwa 84 Prozent der Biokäufer ist es wichtig, dass sie bei dem Online-Kauf ihre Produkte individuell zusammenstellen können, während nur jeweils 8 Prozent der Kunden fertige Produktboxen oder ausgewählte Zutaten für ein Gericht nach Rezept bevorzugen.

Weiterhin ergab die Studie, dass 4 von 5 der Befragten Bio kaufen, wobei die Einkaufstätten mittlerweile zwischen Supermarkt und Discounter, den Bio-Supermärkten und klassischen Bioläden sowie den Wochenmärkten variieren.

Kauforte von Bio Produkten
Wo kaufen Bio-Konsumente ihre Bio-Produkte? © Universität Hohenheim

 „In Discountern und Supermärkten finden wir vor allem Gelegenheits-Biokäufer. Läden mit reinem Biosortiment haben vor allem Kunden, die sich nur oder überwiegend von Bioprodukten ernähren “, erklärt Prof. Dr. Jens Vogelgesang, Studienautor und Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart. Auch gibt es der Studie zufolge keinen typischen Bio-Kunden mehr. „Vor allem bei den überzeugten Biokunden finden wir noch die klassischen Charakteristika: Sie sind überwiegend einkommensstark, gut gebildet mit leicht höherem Frauenanteil.“ Doch: „spätestens bei den Gelegenheitskäufern finden wir heute alle Altersgruppen, Bildungs- und Einkommensschichten.“ Das Alter scheint keine größere Rolle bei dem Einkauf von Bio-Produkten zu haben. Auch: „Einschränkungen wie eine vegetarische Ernährung oder Lebensmittelunverträglichkeiten hatten einen weniger großen Einfluss auf das Kaufverhalten als erwartet: 28 Prozent der Biokäufer ernähren sich vorwiegend oder komplett vegetarisch; nur 8 Prozent berichteten, dass sie sich laktose-, gluten- oder fruktosefrei ernähren.“

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Die Befragung ergab zudem, dass die Ansichten über die Definition von Regionalität auseinandergehen können. So gelten vor allem Produkte aus dem eigenen oder benachbarten Bundesland bei einer Mehrheit der Befragten als regional. Lebensmittel, die bereits aus weiter entfernten Bundesländern, im Falle von Berlin beispielsweise Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg oder Hessen, werden dagegen von den wenigsten noch als „regional“ bezeichnet.

Warum gerade die Bundeshauptstadt für diese Studie als Fallbeispiel ausgewählt wurde, erklärt Prof. Dr. Vogelgesang folgendermaßen: „Berlin ist Trendsetter, vor allem im Lifestyle-Bereich. Entwicklungen, die sich dort abspielen, können wir in den folgenden Jahren meist bundesweit beobachten.“

Quellen:
https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?&tx_ttnews[tt_news]=31013&cHash=af53405598734185144e9d831086b5f8
http://www.welt.de/wirtschaft/article144340416/Warum-wir-Lebensmittel-bald-doch-im-Internet-kaufen.html

1 Kommentar

  • Lebensmittel online bestellen finde ich auch etwas „komisch“, egal ob Bio oder nicht. Ich finde es aber gut, dass die Anzahl der Bio-Produkt-Käufer einsteigt. Nachhaltigkeit ist sehr wichtig. Natürlich nicht nur wenn es um Lebensmittel geht. Energeisparende Häuser aus umweltvertraglichen Materialen, Elektro-Autos, etc. etc. tragen alle bei, dass wir endlich in eine „gute Richtung gehen“ und auf unseren Planeten besser aufpassen – bevor es zu spät ist…

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