Beladen und geladen

Solartasche

Digital Natives und mobile Weltenbummler sind heutzutage eher die Regel als die Ausnahme. Immer mehr Menschen sind ständig unterwegs ― und das sogar simultan in der realen und virtuellen Welt. Gleichzeitig gibt es ein wachsendes Bedürfnis nach einer nachhaltigen Lebensweise, denn durch das Reisen, den häufigen Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern und vor allem die ununterbrochene Versorgung mit Nachrichten steigt das Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Konsums auf die Lebensbedingungen anderer Menschen.

Große Stromfresser sind gerade die Geräte der Unterhaltungselektronik und mobilen Kommunikation, welche heute zu den ständigen Begleitern gehören ― Laptops, Tablet PCs oder Smartphones. In Deutschland sind es 35 Milliarden Kilowattstunden jährlich, die von den Haushalten für den Betrieb von Informations- und Kommunikationsgeräten verbraucht werden. Pro Haushalt sind das jährlich rund 875 Kilowattstunden und über 200 Euro Stromkosten. Dies sind erste Ergebnisse einer Studie der Technischen Universität Berlin, welche derzeit im Auftrag des Umweltbundesamts durchgeführt wird und deren Ergebnisse 2014 vorliegen werden.

Zwar werden die Geräte immer energieeffizienter, doch steigt ihre Nutzung auch stark an. Gespräche mit dem Mobiltelefon, Kommunikation über soziale Netzwerke und Information oder Unterhaltung durch im Internet erhältliche Inhalte gehören zu den Hauptfreizeitbeschäftigungen der Bundesbürger. Damit dies den eigenen ökologischen Fußabdruck nicht belastet, kann der zum Laden der Geräte benötigte Strom aus erneuerbaren Energiequellen bezogen werden. Eine Möglichkeit ist ein Wechsel zu einem der zahlreichen Ökostromanbieter. Eine weitere Option ist es, eine mobile Solarladestation zu verwenden, welche das Aufladen auch unterwegs möglich macht.

Verschiedene Hersteller bieten bereits Solartaschen an, sei es als Rucksack, Umhänge- oder Laptoptaschen. Hierbei sind die Solarzellen in die Tasche integriert, sie verfügen über maximale Nennleistungen von drei bis über 15 Watt. Mit Hilfe von USB-Schnittstellen und anderen Anschlüssen können Handys, Notebooks und Co. angeschlossen und mit Sonnenenergie aufgeladen werden. Die meisten Modelle, wie etwa die amerikanische Voltaic Systems, die M azzurro sowie die SunnyBAG, beide aus Österreich, oder die Solartasche des Schweizer Unternehmens Sakku bieten nicht nur Direktladung bei unmittelbarer Sonneneinstrahlung an, sondern auch Energiespeicherung durch eingebaute Lithium-Ionen-Akkus, so dass die Ladung auch nachts erfolgen kann. Die Picard Solartasche Milano aus Deutschland optimiert die Leistung ihres Solarmoduls mit einem MPP-Tracker und erreicht so nach eigenen Angaben eine bis zu 20 Prozent höhere Energieproduktion.

Ein zusätzlicher ökologischer Pluspunkt bei Sakku liegt in der Herstellung der Taschen aus recycelten Segeln, welche in der Schweiz gesammelt und wiederverwertet werden. Auch das Schweizer Unternehmen Element5 beschränkt sein Engagement für nachhaltigen Konsum nicht auf den Verkauf von Solartaschen. Mit der Initiative e5Resource unterstützt die Firma Entwicklungsprojekte in verschiedenen Teilen der Welt, etwa die Aufforstung des Regenwaldes in Brasilien oder ein Bildungsprojekt in Indien.

Franziska Buch

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