Aquakultur vom Eisberg

Eine schwimmende Aquakulturfarm soll das Schmelzwasser von Eisbergen nutzen, um Obst und Gemüse zu züchten. Damit will man den steigenden Bedarf an frischen Nahrungsmitteln in Grönland decken.

Die schwimmende Aquakulturfarm erinnert ein wenig an ein Ufo. Sie hat die Form eines traditionellen grönländischen Dorfes. In der Mitte befindet sich eine zentrale Bucht, in der schmelzende Eisberge aufgesammelt werden.

Das Frischwasser fließt in ein Aquakultur-Gewächshaus, das sich an Bord befindet. Dort wird es für die Aufzucht von Obst und Gemüse verwendet, mit dem dann die Städte und Ortschaften entlang der Küste Grönlands versorgt werden können. Diese müssten die Nahrungsmittel andernfalls importieren.

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Auf der schwimmenden Farm finden bis zu 800 Menschen Platz – eine Gemeinschaft aus Arbeitern und Farmern, die jeweils für mehrere Monate an Bord bleiben. Die Energie, die benötigt wird, um die Schwimmfarm anzutreiben, wird durch ein Osmosesystem erzeugt, das mit einem Mix aus Salzwasser und Frischwasser funktioniert. Solarpanele gewinnen zusätzliche Energie.

Die Projektentwickler betrachten den Klimawandel als unausweichlich und versuchen daher, einen pragmatischen Nutzen aus dem Schmelzen der nordischen Eismassen zu ziehen. Das Projekt versteht sich außerdem als Antwort auf das Problem der Abhängigkeit Grönlands von anderen Staaten was die Versorgung mit Agrargütern anbelangt.

Die schwimmende Aquakulturfarm könnte in Serie hergestellt den Versorgungsnotstand lindern und nach Aussage der Initiatoren das Defizit sogar in ein Plus umwandeln.

Derzeit sucht das Entwicklerteam von Meriem Chabani, Etienne Chobaux, John Edom und Maeva Leneveu nach Sponsoren, um die Idee in einen Prototyp umzusetzen. Das futuristische Projekt hat den ersten Preis im Jacques Rougerie Architekturwettbewerb 2013 gewonnen.

 

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