Anteil der erneuerbaren Energien 2010 gestiegen

CO2-Emissionen; Bild: shutterstock

Im Jahr 13 nach Kyoto steigen die CO2-Emissionen im ehemaligen Klimamusterland Deutschland wieder an, wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen gerade in ihrer Jahresbilanz vorgerechnet hat. Damit wird deutlich, was ohnehin schon vorher klar war: Der Zuwachs der CO2-Emissionen und der Energieverbrauch im Jahr 2010 liegen jeweils bereits wieder rund vier Prozent über dem Vorjahr.

Der Klimabonus der „Krise“ – durch weniger Energieverbrauch in der Produktion – ist aufgebraucht. Der von Wirtschaftsvertretern begrüßte steigende Konsum trübt so letztlich die deutsche Klimabilanz und zeigt, dass sich Emissionen und Wohlstand immer noch nicht von Konsum und Wachstum entkoppelt haben.

Kohleverbrauch nimmt wieder zu

Besonders bemerkenswert ist, dass gerade der Kohleverbrauch wieder zunimmt. Während der Verbrauch der Braunkohle nur wenig über dem Niveau des Vorjahres liegt (aber auch nicht weniger wurde), stieg der Verbrauch von Steinkohle gleich um 15 Prozent. Letzteres ist eine durchaus bedenkliche Entwicklung, da Steinkohle in Deutschland zu 70 Prozent für die Stromproduktion eingesetzt wird.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Auch die erneuerbaren Energien konnten einen steigenden Beitrag zur Energiebilanz des Jahres 2010 beisteuern, immerhin 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil von Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) stieg dabei um zwei und der von Biogas um 15 Prozent, die der Windkraft ging um knapp drei Prozent zurück, Photovoltaik konnte hingegen um mehr als 80 Prozent zulegen. Der Anteil aller erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch stieg von 9,1 (2009) auf 9,4 Prozent im Jahr 2010.

Trotz mehr erneuerbarer Energie Anstieg des CO2-Ausstoßes

Trotz mehr erneuerbarer Energie im Mix führt der höhere Energieverbrauch insbesondere aus Kohle und Gas also zu einem Anstieg des CO2-Ausstoßes. Nach der Erhebung der AG Energiebilanz fand 2010 beim Mix der Energieträger nur eine geringfügige Veränderung zugunsten CO2-armer Energieträger statt, noch immer entfielen dieses Jahr zwei Drittel des gesamten Verbrauchszuwachses auf kohlenstoffbasierte fossile Energieträger. Es kann also nur besser werden…

Daniel Seemann

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