Anpassungsplan für die Megacity

Santiago de Chile

In der Region rund um Santiago de Chile leben etwa sechs Millionen Menschen. Schon heute leidet rund ein Zehntel davon unter Folgen des Klimawandels, wie Überflutungen und extremer Hitze. Da sich durch die weiter voranschreitende Expansion der Hauptstadt Chiles und stetig steigende Temperaturen die Situation in Zukunft weiter verschärfen wird, haben deutsche und chilenische Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der Universidad de Chile und der Pontificia Universidad Católica de Chile gemeinsam mit lokalen Akteuren einen Klimawandelanpassungsplan für die lateinamerikanische Megacity erarbeitet.

Um überhaupt erst einschätzen zu können welche Maßnahmen nötig sein werden, erstellten die Forscher des Projektes mit dem Namen ClimateAdaptionSantiago (CAS) eine Prognose der zu erwartenden Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Metropolregion rund um Santiago de Chile. Demnach ist bereits bis zum Jahr 2050 mit deutlichen Veränderungen zu rechnen: Die Jahres-Minimum- und Jahres-Maximum-Temperaturen werden um ein bis zwei Grad Celsius ansteigen und die Region mehr Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad erleben. Außerdem dürften die Niederschläge um etwa 20 Prozent zurückgehen und sich auf weniger Regentage konzentrieren. Daraus resultieren Hitze und Überflutungen und Probleme wie stockende Wasser- und Energieversorgung.

Für den Kampf gegen diese Entwicklung empfehlen die Wissenschaftler 14 konkrete Maßnahmen. Um die Überflutungsgefahr zu mindern sollen etwa in dem Stadtgebiet mehr Grünflächen geschaffen und existierende Wasserkanäle am Andenfluss genutzt werden. Auch der Aufbau eines Monitoringsystems für Überflutungs- und Landnutzungsdaten wird empfohlen. Um die Auswirkungen der Hitzetage abzumildern, könnten etwa Hausdächer begrünt oder weiß angestrichen werden. Allgemein erachten die Forscher eine stärkere Involvierung und Information der Anwohner als unerlässlich.

Vorbereitungen für den Kampf gegen den Klimawandel werden natürlich auch anderswo getroffen. So arbeitet beispielsweise das karibische Inselidyll Grenada an einer umfassenden Anpassungsstrategie. Auch in Pakistan, einem der am stärksten von der Erderwärmung bedrohten Länder, werden erste Schritte gesetzt. Im Mai 2013 nahm in der Hauptstadt Islamabad das Zentrum für Klimaforschungund Entwicklung (Centre for Climate Research & Development, CCRD) seine Arbeit auf.

Matthias Schaffer

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