Alternative zu Frischhaltefolie: Wachstücher selber machen

Wachstücher
Selbstgemachte Wachstücher © Nadine Carolin Wahl

Lebensmittelreste landen oft in Schüsseln und werden mit Frischhaltefolie abgedeckt. Irgendwann bleibt nur noch der Folien-Müll zurück – nicht gerade umweltfreundlich. Doch es geht auch ohne Folien-Müll. Eine nachhaltige Alternative sind zum Beispiel Wachstücher, die im Unverpacktladen gekauft oder auch selber hergestellt werden können.

Wofür kann man die Wachstücher nutzen?

Wachstücher eignen sich zum Abdecken, etwa von Schüsseln, Tellern oder Gläsern, genauso zum Einwickeln, von angeschnittenem Gemüse und Käse oder auch zum besonders platzsparenden Verpacken von Vesperbroten und ähnlichem.

Woraus werden Wachstücher gemacht?

Wachstücher können aus Baumwoll- oder Seidenstoff gemacht werden, der mit reinem Bienenwachs getränkt wird.

Den Stoff kann man extra dafür kaufen oder aber man nutzt dafür alte Kleider, Bettwäsche, Geschirrhandtücher, Vorhänge. Alternativ kann man Wachstücher auch aus festem Packpapier machen.

Das Bienenwachs, mit dem der Stoff getränkt werden soll, kann man entweder kaufen – wobei darauf zu achten ist, dass es sich um 100%iges Bienenwachs in ökologischer Qualität handelt, oder man nutzt beispielsweise Kerzenreste, gerade jetzt in der Weihnachtszeit. Eine vegane Alternative ist Carnaubawachs, das Wachs der Carnaubapalme.

 

Wie wird’s gemacht?

Möglichkeit 1: Eine Möglichkeit ist, das Wachs zu erhitzen, die Stofftücher hinein zu tauchen, vorsichtig herauszuziehen, auseinander zu falten und nach kurzem Abtropfen etwas durch die Luft zu bewegen. Das Wachs ist bereits nach wenigen Sekunden fest. Nachteil ist, dass das Wachs hierbei oft nicht ganz gleichmäßig verteilt wird. Jedoch kann Möglichkeit 1 auch mit Möglichkeit 2 kombiniert werden…

Möglichkeit 2: Eine etwas aufwendigere Möglichkeit, bei der jedoch das Wachs gleichmäßiger verteilt werden kann, ist das Auftragen des Wachses mit einem Bügeleisen. Dabei wird der Stoff auf Backpapier gelegt, mit kleinen Bienenwachsstücken bestreut – oder man nimmt direkt das mit Möglichkeit 1 getränkte Tuch – und noch einmal mit Backpapier zugedeckt. Dann wird mit einem Bügeleisen das Ganze erhitzt und so das Wachs in den Stoff eingearbeitet.

Fazit

Bienenwachstücher sind eine gute, müllfreie Alternative zu Frischhalte- und Alufolie. Zudem sind sie aus recyceltem Material – altem Stoff und Kerzenresten – herstellbar und tragen so gleich doppelt zur Müllvermeidung bei.

Wer weniger Aufwand möchte, kann auch Wachstücher kaufen – jedoch ist das Selbermachen deutlich günstiger.

Erfahre mehr darüber, wie Du deinen Konsum noch verantwortungsvoller gestalten kannst. Einfache Ideen, um mehr selber zu machen und interessante, faire Produkte helfen dabei – mittwochs auf cleanenergy-project.de.

Nadine Carolin Wahl schreibt als Freie Autorin über Selbstversorgung und alternative Lebensweisen. Sie ist Gründerin von „Wilde Kultur “ und lebt auf einem Bauernhof im Hochschwarzwald.