Ändert sich das Klima wirklich?

Diese Frage wird kaum mehr gestellt, da es inzwischen sehr viele eindeutige Beweise für den Klimawandel gibt. Jedoch gibt es weiterhin Unsicherheiten, die den Klimawandel weniger glaubhaft machen können: 

Die Ausmasse des Klimawandels sind regional sehr unterschiedlich. Vorhersagen über das zukünftige Klima gelten daher nicht überall in gleicher Weise. Ein nur wenig verändertes lokales Klima ist daher kein Beweis dafür, dass es keinen globalen Klimawandel gibt. Ursachen für solche lokalen Klimaschwankungen sind begründet in Faktoren wie Topographie, geographischer Lage (wie die Nähe zu grossen Gewässern und Gebirgen; Breitengrad), und Vegetation. Das europäische Forschungs-Projekt Cecilia wird u.a. diese regionalen Unterschiede untersuchen.

Das Wetter kann stark von Tag zu Tag variieren. Es wird sogar vorausgesagt, dass Wetter-Extreme intensiver werden. Das heisst, ein früherer Wintereinbruch im Herbst, oder ein Schneesturm im Frühling, werden möglicherweise öfter als heutzutage eintreten. Solche Ereignisse sind jedoch keine Zeichen dafür, dass die Temperatur nicht global ansteigt. Das Wetter an einem bestimmten Tag – im Gegensatz zum Klima (welches ein Durchschnitt von Wetterereignissen über einen bestimmten Zeitraum oder über eine bestimmte Region ist) – ist kein Indiz für oder gegen den Klimawandel.

Wetterextreme gab es schon immer. Ein Wirbelsturm, eine Überschwemmung, eine Hitzewelle, oder eine Dürreperiode sind für sich alleine betrachtet keine Anzeichen für einen Klimawandel. Schon immer gab es solche Wetterextreme. Jedoch ist die Zunahme in der Anzahl und der Intensität solcher Ereignisse ein klares Zeichen des Klimawandels. Diese Zeichen haben v.a. die Versicherungen wie die Münchner Rück schnell verstanden, die daraus natürlich ihre Konsequenzen ziehen, und ihre Prämien in Gefahrenzonen (wie Küstennähe) erhöhen.

Wie in jeder Wissenschaft, gibt es auch in der Klimaforschung gewisse Unsicherheiten. Keine wissenschaftliche Aussage hat jemals 100%-ige Sicherheit, abgesehen von einigen Gesetzen in der Physik wie die Schwerkraft (z.B. kann man 100%-ig sicher sein, dass ein Stein nach unten fällt, wenn man ihn fallen lässt). Natürliche Vorgänge werden von so vielen Faktoren beeinflusst, dass man unmöglich alle Faktoren, die eine Rolle spielen, mit einbeziehen kann. Wenn statistische Modelle 70 oder 80 % der Variation eines beobachteten Vorganges voraussagen können, dann kann man sich als Wissenschaftler daher schon sehr glücklich schätzen. Die Modelle der Klimawissenschaftler können mit 90 bis 95%-iger Sicherheit zeigen, dass sich unser Klima verändert (4. Report, Seite 2; IPPC 2007; www.ipcc.ch). Eine so hohe Wahrscheinlichkeit ist selten in der Wissenschaft zu finden

Maiken Winter

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