100 Jahre Zoo am Meer

Offshore Windpark

Vor einem Jahrhundert, im Jahr 1912, wurde der Keim für den „Zoo am Meer“ in Bremerhaven gelegt. Eigentlich sollte lediglich ein Aquarium, sowie ein Restaurant und eine Fischkosthalle die Wartehalle der florierenden Schifffahrt zieren. Heute leben im Zoo am Meer rund 280 unterschiedliche Individuen auf einer Nutzfläche von rund 11.800 Quadratmetern direkt an der Wesermündung. Im kommenden Jahr soll auch das Thema Klimawandel im Zoo aufgegriffen werden.

Unter dem damaligen Leiter Dr. Heinrich Lübben eröffnete das Meeresaquarium am 1. August 1913 mit 30 Schaubehältern in den Kellerräumen der Wartehalle. Das reichte dem engagierten Oberlehrer Lübbe allerdings nicht und er konnte die Verantwortlichen der Stadt von einer Erweiterung der maritimen Welt überzeugen. 15 Jahre später öffneten sich daraufhin die Pforten des erweiterten Außendeichsbereichs. Nun waren auch Gehege, Volieren, Warmhäuser etc. angelegt worden, um Eisbären, Seelöwen und Co. als Attraktion mit aufzunehmen – die „Tiergrotten“, lange Zeit Namensgeber für den außergewöhnlichen Zoo, der in „Zoo am Meer“ gewandelt wurde.

Auch Umbauten hat der Zoo am Meer in den Jahren seiner Betriebsamkeit des öfteren über sich ergehen lassen müssen. Immer zum Wohle der Tiere, denn längst hatte sich das „Haltungskonzept“ den Ansprüchen der Tiere anpassen müssen – platztechnisch und auch architektonisch. Als im Jahr 2004, nach vorübergehender Stilllegung und Neukonzeptionierung der gesamten Anlage der neue Zoo am Meer eröffnete, waren die Tiere zwar in naturnaher Umgebung zu sehen, das beliebte alte Aquarium hingegen musste weichen.

Jetzt steht das Zoo-Aquarium vor einer Renaissance und soll den Besuchern einen deutlichen Mehrwert bieten. Somit liegt der Schwerpunkt künftig nicht mehr nur auf Meerestieren, sondern wird auch der Umwelt gerecht. Denn das 1,5 Millionen teure Projekt soll ebenfalls zeigen, wie der Klimawandel sich auf die Pflanzen und Tiere der Unterwasserwelt in der Nordsee auswirkt. Außerdem gibt es dem Besucher Einblicke in die veränderten Lebensbedingungen der Meeresbewohner, wenn Windkraftanlagen im Meer gebaut werden. Die neun neuen Aquarien sollen bis zum Jahr 2013 fertiggestellt sein und dann den Besuchern zur Verfügung stehen.

Judith Schomaker

Add comment